Eisregen: Gefrierender Regen

Es prasselt leise gegen das Fenster. Klingt wie normaler Regen. Doch als Sie morgens die Tür öffnen, ist alles mit einer glasigen Schicht überzogen: Gehweg, Treppe, Mülltonnen, sogar die Äste der Hecke.

Eisregen ist Regen, dessen Tropfen unterkühlt sind oder auf eisigen Boden fallen und beim Aufprall sofort gefrieren. Die Folge ist Glatteis – ein durchsichtiger, spiegelglatter Überzug auf allen Flächen. Für Eigentümer in Essen ist dieses Wetter besonders wichtig, weil die Satzung es ausdrücklich als Ausnahme nennt: Dann darf unter Bedingungen auch Salz gestreut werden.

Eisregen: vereister Gehweg nach gefrierendem Regen

Wie Eisregen entsteht

In höheren Luftschichten ist es warm genug für Regen. Darunter liegt eine flache Schicht kalter Luft. Die Tropfen fallen hindurch und kühlen unter 0 °C ab – bleiben aber flüssig. Man nennt sie unterkühlt. Sobald sie auf Boden, Wege oder Äste treffen, gefrieren sie schlagartig.

Der Deutsche Wetterdienst zählt die daraus entstehende Glätte zu den gefährlichsten Arten. Sie lässt sich nur sehr kurzfristig vorhersagen. Mehr Hintergrund liefert das DWD-Wetterlexikon zur Glätte. Wenn es plötzlich passiert, spricht man im Alltag von Blitzeis.

Warum Streugut hier schnell versagt

Abstumpfendes Streugut wirkt, indem es Reibung erzeugt. Bei gefrierendem Regen fällt aber ständig neues Wasser. Es gefriert auf den Körnern und überzieht sie mit einer neuen Eisschicht. Nach kurzer Zeit ist der Weg wieder glatt, als hätten Sie nie gestreut.

  • Neue Tropfen überfrieren das Streugut immer wieder
  • Die Eisschicht wächst, solange der Regen anhält
  • Treppen und Gefälle werden besonders schnell gefährlich
  • Nachstreuen ist oft mehrfach nötig
  • Nach dem Regen bleibt das Eis oft lange liegen

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Eisregen und das Essener Salzverbot

Auf Gehwegen ist Salz in Essen grundsätzlich verboten. Die Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung macht in § 4 Abs. 3 aber Ausnahmen. Salz und andere auftauende Stoffe sind nur unter diesen Bedingungen erlaubt:

  • bei außergewöhnlichen Witterungsverhältnissen, die Satzung nennt ausdrücklich Eisregen
  • an gefährlichen Stellen wie Treppen, Passagen, Brückenauf- und -abgängen oder starkem Gefälle
  • jeweils nur, wenn abstumpfende Mittel allein keinen sicheren Zustand herstellen

Die Ausnahme hat eine klare Grenze. Sie gilt nicht für Gehwege mit Bäumen oder Begrünung. Und salzhaltiger Schnee darf nie auf Baumscheiben oder Grünflächen landen. Mehr dazu erklärt die Frage Darf ich in Essen Salz streuen?

Vereiste Außentreppe mit Handlauf vor einem Wohnhaus – Rutschgefahr im Winter

Wie oft Sie nachstreuen müssen

Solange der Regen anhält und die Wege genutzt werden, müssen Sie in zumutbarem Umfang nachstreuen. Zweckloses Streuen, das Sekunden später wieder überfroren ist, wird in der Regel nicht verlangt. Sobald Streuen aber etwas bewirkt, müssen Sie handeln. Nach dem Ende des Regens gilt: unverzüglich streuen, damit die entstandene Glätte beseitigt ist. Details zu dieser Frage klärt Muss ich bei Eisregen ständig nachstreuen?

Achtung: Gefrierender Regen am Abend ist tückisch. Entsteht die Glätte nach 20 Uhr, muss der Gehweg in Essen werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr gesichert sein.

Vorbereitung, wenn Eis angekündigt ist

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Glatteis, wenn er es erwartet. Nutzen Sie diese Zeit. Stellen Sie Streugut bereit, auch eine kleine Menge Auftaumittel für Treppen, wenn keine Bäume in der Nähe sind. Räumen Sie Wege frei, damit sich das Eis nicht auf Schnee legt. Und klären Sie, wer in der Nacht und am frühen Morgen streut. Eine ausführliche Anleitung bietet der Ratgeber Eisregen angekündigt.

Abstumpfendes Streugut aus Granulat auf einem verschneiten Gehweg

Haftung nach der Eisnacht

Nach gefrierendem Regen herrscht fast immer allgemeine Glätte. Die Streupflicht greift also. Stürzt jemand auf Ihrem ungestreuten Gehweg, können Sie haften. Ein Mitverschulden des Gestürzten ist möglich, aber nicht sicher. Eine lückenlose Dokumentation, wann gestreut wurde, ist dann besonders wertvoll.

Häufige Fragen zu Eisregen

Darf ich bei Eisregen in Essen Salz streuen?

Ja, wenn abstumpfende Mittel allein nicht reichen. An Gehwegen mit Bäumen oder Grün bleibt Salz aber verboten.

Muss ich ständig nachstreuen?

In zumutbarem Umfang, solange die Glätte besteht und die Wege genutzt werden. Zweckloses Streuen wird in der Regel nicht verlangt.

Was ist der Unterschied zwischen Eisregen und Glatteis?

Eisregen ist der gefrierende Niederschlag. Glatteis ist die Eisschicht, die daraus entsteht.

Wie erfahre ich rechtzeitig davon?

Über die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes, etwa in der WarnWetter-App.

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Fazit

Eisregen gefriert beim Aufprall und macht Wege spiegelglatt. Streugut wird schnell überfroren, deshalb ist Nachstreuen nötig. In Essen ist Salz bei Eisregen ausnahmsweise erlaubt – nie aber an Bäumen und Grün. Wer vorbereitet ist oder einen Dienst hat, übersteht solche Nächte ohne Sorge. Was ein Dienst kostet, zeigen die Winterdienst-Preise. Verwandte Begriffe erklärt das Winterdienst-Lexikon.