Streusalz in Essen: Darf ich Salz streuen?

Im Keller steht noch ein halber Sack Streusalz aus dem Baumarkt. Der Gehweg ist spiegelglatt. Einfach drauf damit?

Ist Streusalz in Essen erlaubt? Auf Gehwegen grundsätzlich nein. Die Essener Winterdienstsatzung verbietet Salz und andere auftauende Stoffe auf Gehwegen. Erlaubt ist Salz nur an gefährlichen Stellen oder bei außergewöhnlichem Wetter wie Eisregen – und auch dann nicht an Gehwegen mit Bäumen oder Grün. Streuen Sie stattdessen Sand, Splitt oder Granulat.

Streusalz in Essen verboten: abstumpfendes Granulat als Alternative

Der Wortlaut der Satzung

§ 4 Abs. 3 der Essener Winterdienstsatzung lautet: „Die Verwendung von Salz und anderen auftauenden Stoffen auf Gehwegen ist grundsätzlich verboten.“ Salz ist nur erlaubt, wenn abstumpfende Mittel allein nicht ausreichen, und zwar:

  • an gefährlichen Stellen, laut Stadt etwa Treppen, Passagen, Auf- und Abgänge von Brücken und Stellen mit starkem Gefälle
  • bei außergewöhnlichem Wetter, zum Beispiel Eisregen

Diese Ausnahmen gelten nicht für Gehwege mit Baumbestand oder Begrünung. Salzhaltigen Schnee dürfen Sie außerdem nicht auf Baumscheiben oder Grünflächen schieben.

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Was Sie stattdessen streuen dürfen

Streuen eines Gehwegs mit abstumpfendem Streugut in Essen

Die Satzung verlangt abstumpfende Mittel. Sie tauen nichts auf, sondern machen die Oberfläche griffig.

  • Splitt: griffig, lässt sich zusammenfegen und wiederverwenden
  • Granulat, zum Beispiel mit Blauem Engel: salzfrei und umweltschonend
  • Streusand: erlaubt, aber auf blankem Eis weniger wirksam

Hobelspäne reichen nicht. Das OLG Hamm hat entschieden, dass sie keine nennenswerte abstumpfende Wirkung haben (24.11.2014, 6 U 92/12). Einen ausführlichen Vergleich finden Sie im Ratgeber Streugut im Vergleich, Alternativen im Ratgeber Streusalz-Alternativen.

Warum Essen Salz verbietet

Salz schädigt Straßenbäume. Die Feinwurzeln sterben ab, Blätter bekommen braune Ränder und fallen früh. Salz greift außerdem Beton, Ziegel und Hundepfoten an. Mehr zu den Folgen lesen Sie im Lexikon unter auftauende Streumittel und Streusalz.

Vorsicht bei „salzfreien“ Taumitteln aus dem Baumarkt: Auch Calcium-Magnesium-Acetat taut Eis auf. Die Satzung verbietet aber nicht nur Salz, sondern alle auftauenden Stoffe auf Gehwegen.

Achtung: Wer verbotenes Salz streut, begeht in Essen eine Ordnungswidrigkeit. Bei Vorsatz drohen bis zu 1.000 Euro Bußgeld, bei Fahrlässigkeit bis zu 500 Euro. Dasselbe gilt, wenn Sie das Streugut nach dem Tauwetter nicht entfernen.

Streusalz in Essen auf dem eigenen Grundstück?

Vereiste Außentreppe als gefährliche Stelle

Die Satzung regelt den Gehweg. Für Ihre private Einfahrt oder Ihren Hof enthält sie kein ausdrückliches Salzverbot. Trotzdem gelten Umweltaspekte: Salz gelangt in den Boden, in Beete und über die Kanalisation ins Wasser.

Wer auf eigenem Grund Salz nutzt, sollte sparsam dosieren und Pflanzen schützen. Achten Sie darauf, dass kein Salzwasser auf den Gehweg läuft. Im Zweifel greifen Sie auch privat zu Granulat.

Salz ist nicht immer die beste Wahl

Viele glauben, Salz sei immer das sicherste Mittel. Das stimmt nicht. Bei sehr starkem Frost wirkt es schlechter. Dann sind abstumpfende Mittel oft die sicherere Wahl.

Das OLG Hamm hat eine Stadt zu Schmerzensgeld verpflichtet, weil sie an einem Zebrastreifen nur Salz gestreut hatte. Das Gericht stellte klar: Ist Salz ungeeignet, müssen abstumpfende Mittel wie Splitt, Sand oder Granulat her (01.12.2023, 11 U 32/22). Die Fußgängerin bekam 7.000 Euro Schmerzensgeld.

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Richtig streuen in drei Schritten

  • Erst räumen, dann streuen – so empfiehlt es die EBE
  • Streugut gleichmäßig verteilen, Laufweg und Treppen zuerst
  • Nach dem Tauwetter das Streugut zusammenfegen und in die Restmülltonne geben

Wann Sie kehren müssen, erklärt die Seite Wann muss ich das Streugut wegkehren?

Das richtige Streugut ist inklusive

Der Winterdienst von GOTTSCHLING Immobilien streut satzungskonform mit abstumpfenden Mitteln. Salz kommt nur dort zum Einsatz, wo die Satzung es erlaubt. Sie müssen weder Säcke schleppen noch lagern.

Der Preis ist fest: 39 Euro netto je laufendem Meter pro Saison, Streugut inklusive. Eine Anfahrtspauschale gibt es nicht. Für 10 Meter sind das 390 Euro netto. Das Zusammenkehren im Frühjahr übernimmt auf Wunsch das Pluspaket für 3 Euro netto mehr je Meter.

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Häufige Fragen

Ist Streusalz in Essen verboten?

Auf Gehwegen grundsätzlich ja. Ausnahmen gibt es nur bei Eisregen oder an gefährlichen Stellen, nie an Gehwegen mit Bäumen oder Grün.

Darf der Winterdienst Salz streuen?

Auf Gehwegen gelten für Dienstleister dieselben Regeln wie für Eigentümer. Die EBE streut auf Fahrbahnen dagegen Feuchtsalz.

Was darf ich statt Salz streuen?

Sand, Splitt oder Granulat. Die Satzung nennt auch Asche. Hobelspäne reichen nicht.

Wohin mit dem Streugut nach dem Winter?

Nach dem Abtauen zusammenfegen. Laut Stadt Essen gehört es in die Restmülltonne.

Fazit

Streusalz in Essen? Auf Gehwegen nur im Ausnahmefall bei Eisregen oder an gefährlichen Stellen – nie neben Bäumen und Grün. Im Normalfall streuen Sie Splitt, Granulat oder Sand. Weitere Antworten finden Sie unter Fragen und Antworten zum Winterdienst. Wer sich um Streugut und Regeln nicht kümmern will, fordert jetzt ein kostenloses Angebot an.