Streugut im Vergleich: Splitt, Sand, Granulat und Salz

Baumarkt, Anfang Dezember. Vor Ihnen ein Regal voller Säcke: Streusalz, Splitt, Granulat, Quarzsand, „Winterstreu Öko“. Die Preise unterscheiden sich, die Versprechen auch. Welcher Sack ist der richtige für den Gehweg vor Ihrem Haus in Essen?

Streugut im Vergleich – für Essen gibt es eine klare Antwort: Abstumpfende Mittel wie Splitt, Granulat und Sand sind Standard. Salz ist auf Gehwegen grundsätzlich verboten und nur in Ausnahmefällen erlaubt. Splitt ist griffig, muss aber später gekehrt werden. Granulat wirkt gut und schont die Umwelt, besonders mit Umweltzeichen. Entscheidend ist aber immer: erst räumen, dann streuen.

Streugut im Vergleich: Splitt, Sand, Granulat und Salz nebeneinander

Was in Essen erlaubt ist

Die Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung der Stadt Essen ist eindeutig. Gehwege sind zu räumen und „mit abstumpfenden Mitteln (z. B. Sand, Asche, Granulat) zu bestreuen“ (§ 4 Abs. 1). Die Verwendung von Salz und anderen auftauenden Stoffen auf Gehwegen ist grundsätzlich verboten (§ 4 Abs. 3).

Ausnahmen gibt es nur an gefährlichen Stellen oder bei außergewöhnlichem Wetter wie Eisregen. Und nur, wenn abstumpfende Mittel allein nicht reichen. Die Stadt nennt als gefährliche Stellen Treppen, Passagen, Auf- und Abgänge von Brücken und Stellen mit starkem Gefälle. An Gehwegen mit Bäumen oder Begrünung gilt die Ausnahme nicht. Wann Salz erlaubt ist, beantwortet auch die Frage Darf ich in Essen Salz streuen?.

Achtung: Wer verbotenes Salz streut oder das Streugut nach dem Tauwetter liegen lässt, handelt ordnungswidrig (§ 10 Abs. 1 der Satzung). Bußgeld: bis 500 € bei Fahrlässigkeit, bis 1.000 € bei Vorsatz.

Streugut im Vergleich: die vier Mittel auf einen Blick

Streugut Wirkung Vorteile Nachteile In Essen auf Gehwegen
Splitt abstumpfend, griffig wiederverwendbar, umweltschonender als Salz Feinstaub, kann Lack und Böden beschädigen, rutschig für Zweiräder, auf Glatteis wenig wirksam erlaubt
Granulat abstumpfend salzfrei, mit Blauem Engel besonders schonend je nach Material energieintensiv in der Herstellung erlaubt
Sand abstumpfend günstig, überall erhältlich laut Fachpraxis geringere Sicherheitswirkung, wird schnell weggetreten erlaubt
Salz auftauend schnelle Wirkung bei Eis schädigt Bäume, Boden, Gewässer, Beton und Hundepfoten grundsätzlich verboten

Quelle für Umweltwirkungen: Umweltbundesamt und Fachpresse. Die Tabelle ersetzt keine Produktprüfung. Achten Sie beim Kauf auf die Angaben des Herstellers.

Streugut-Frage? Nicht mehr Ihr Problem

Der Winterdienst von GOTTSCHLING räumt und streut mit abstumpfenden Mitteln, wie es die Essener Satzung verlangt. 39 € netto je Meter pro Saison, Streugut inklusive.

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Splitt: griffig, aber mit Nacharbeit

Splitt besteht aus kleinen, kantigen Steinen. Er drückt sich in Schnee und Eis und macht die Oberfläche griffig. Das Umweltbundesamt empfiehlt abstumpfende Mittel und weist darauf hin, dass sich Splitt zusammenfegen und wiederverwenden lässt.

Der Nachteil: Splitt bleibt liegen. Er wird in Hausflure getragen, zerkratzt Böden und kann für Radfahrer rutschig werden. Nach dem Tauwetter muss er in Essen wieder entfernt werden. Das übernimmt der Winterdienst mit dem Pluspaket. Wie das geht, zeigt der Ratgeber Streugut entfernen. Mehr zum Material im Lexikon unter Splitt.

Granulat: gute Wirkung, schonend

Granulat ist ein Sammelbegriff für körnige, salzfreie Streumittel. Das können Gesteinskörnungen, Recyclingmaterial oder Blähton sein. Das Umweltbundesamt empfiehlt Produkte mit dem Umweltzeichen Blauer Engel (Vergabekriterien DE-UZ 13). Energieintensiv hergestellte Produkte wie Blähton sollten Sie eher meiden.

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Sand: günstig, aber schwächer

Sand ist in Essen ausdrücklich erlaubt. Er ist günstig und leicht zu bekommen. Seine Körner sind aber rund und fein. Sie werden schnell weggetreten oder sinken in den Schnee ein. Ein Fachartikel bescheinigt Sand eine geringere nachweisbare Sicherheitswirkung. Mehr dazu im Lexikon unter Streusand.

Salz: schnell, aber in Essen tabu

Salz taut Eis auf. Das wirkt schnell. Doch die Nebenwirkungen sind groß. Nach Angaben des Umweltbundesamts schädigt Salz Bäume und Boden, gelangt in Gewässer, greift Beton und Mauerwerk an und kann Hundepfoten entzünden. Deshalb ist es auf Essener Gehwegen grundsätzlich verboten.

Übrigens: Salz ist nicht immer die sicherste Lösung. Das OLG Hamm hat entschieden, dass bei ungeeigneter Salzstreuung abstumpfende Mittel wie Splitt, Sand oder Granulat geboten sein können (Urteil vom 01.12.2023, 11 U 32/22). Und Hobelspäne genügen nicht. Sie haben laut OLG Hamm keine nennenswerte abstumpfende Wirkung (Urteil vom 24.11.2014, 6 U 92/12).

Welches Streugut für welche Fläche?

Fläche Empfehlung Warum
Öffentlicher Gehweg Splitt oder Granulat abstumpfend, wie von der Satzung verlangt
Gehweg mit Bäumen oder Beeten Granulat, am besten mit Blauem Engel hier ist Salz auch in Ausnahmefällen tabu
Hauseingang feines Granulat wird weniger in den Flur getragen als grober Splitt
Außentreppe Splitt oder Granulat; bei Eisregen ausnahmsweise Salz, wenn abstumpfende Mittel nicht reichen Treppen gelten als gefährliche Stelle
Einfahrt, Parkplatz Splitt griffig für Reifen und Schuhe

Mischen Sie die Mittel nicht wahllos. Ein Sack Granulat für den Eingang und ein Sack Splitt für Gehweg und Einfahrt reichen für die meisten Häuser. Lagern Sie beides trocken, damit es nicht verklumpt. Und kaufen Sie rechtzeitig im Herbst. Beim ersten Frost sind die Regale oft leer.

So streuen Sie richtig

  • Erst räumen, dann streuen – so empfiehlt es die EBE.
  • Abstumpfendes Mittel gleichmäßig verteilen, als Faustwert bei Splitt etwa 100 bis 150 g pro m².
  • Nach neuem Schneefall oder neuer Glätte erneut streuen.
  • Gullys und Hydranten frei halten.
  • Nach dem Tauwetter das Streugut entfernen und in den Restmüll geben.

Wie viel Streugut Sie brauchen, zeigt der Ratgeber Wie viel Streugut pro Quadratmeter?. Salzfreie Alternativen im Detail stellt der Ratgeber Alternativen zu Streusalz vor.

Den Oberbegriff erklärt das Lexikon unter abstumpfende Streumittel. Weitere Praxistipps für den Winter finden Sie im Winterdienst-Ratgeber.

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Häufige Fragen zum Streugut im Vergleich

Welches Streugut ist in Essen erlaubt?

Abstumpfende Mittel wie Sand, Splitt, Granulat oder Asche. Salz ist auf Gehwegen grundsätzlich verboten.

Was ist besser: Splitt oder Granulat?

Beide wirken abstumpfend. Splitt ist sehr griffig und wiederverwendbar, macht aber Schmutz. Granulat mit Blauem Engel gilt als besonders umweltschonend.

Wann darf ich in Essen Salz streuen?

Nur an gefährlichen Stellen oder bei außergewöhnlichem Wetter wie Eisregen, wenn abstumpfende Mittel nicht reichen. Nie an Gehwegen mit Bäumen oder Grün.

Reicht Sand zum Streuen aus?

Sand ist in Essen erlaubt und günstig. Er wird aber schnell weggetreten. Streuen Sie daher öfter nach oder greifen Sie zu Splitt oder Granulat.

Muss ich das Streugut nach dem Winter wieder entfernen?

Ja. Die Essener Satzung verlangt, das Streugut nach dem Ende der Glätte zu beseitigen. Es gehört in den Restmüll.

Fazit

Das Streugut im Vergleich zeigt: In Essen sind abstumpfende Mittel Pflicht und Salz die seltene Ausnahme. Splitt ist griffig, braucht aber Nacharbeit. Granulat wirkt gut und schont die Umwelt, Sand ist günstig, aber schwächer. Wichtiger als das Mittel ist die Reihenfolge: erst räumen, dann streuen, danach wieder entfernen. Berechnen Sie jetzt Ihren Festpreis und überlassen Sie das Streuen den Profis.

Den Wortlaut der Regeln finden Sie in der Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung der Stadt Essen.