Ein Nachmittag im Baumarkt. Sie stehen vor einem Regal voller Granulat-Säcke. Ein Sack mit 10 Kilo? Zwei? Oder gleich fünf, damit es sicher reicht?
Wie viel Streugut pro Quadratmeter brauchen Sie? Die ehrliche Antwort: Es hängt von der Glätte und vom Mittel ab. Fachartikel nennen für Splitt einen Faustwert von rund 100 bis 150 Gramm pro Quadratmeter. Für einen 15 Meter langen und 1,20 Meter breiten Gehweg sind das rund 2 bis 3 Kilo pro Streugang. Außerdem gilt: lieber mehrmals dünn als einmal dick.

Streugut pro Quadratmeter: der Faustwert zum Merken
Eine gesetzliche Menge gibt es nicht. Weder die Stadt Essen noch das Umweltbundesamt schreiben Gramm vor. Die Satzung verlangt nur eins: Der Gehweg muss nach dem Streuen sicher begehbar sein.
Als Orientierung dienen Werte aus der Fachpresse. Sie sind keine Norm, aber ein guter Startpunkt:
| Streumittel | Faustwert pro m² | In Essen auf Gehwegen |
|---|---|---|
| Splitt | ca. 100–150 g | erlaubt |
| Granulat | Herstellerangabe beachten | erlaubt |
| Sand | Herstellerangabe bzw. nach Sicht | erlaubt |
| Salz | ca. 10–20 g | grundsätzlich verboten |
Wichtig ist der Blick auf die Packung. Hersteller geben für ihr Granulat eine eigene Menge an. Körnung und Gewicht sind sehr unterschiedlich. Ein grobes Lavagranulat verteilt sich anders als feiner Sand.
So rechnen Sie Ihre Fläche aus
Sie brauchen nur zwei Zahlen: die Länge Ihres Gehwegs und die Breite, die frei sein muss. In Essen ist das die vorhandene Gehwegbreite, höchstens aber 1,20 Meter. Gibt es keinen Gehweg, zählt ein Streifen von 80 Zentimetern.
- Schritt 1: Länge der Grundstücksgrenze zur Straße messen, zum Beispiel 15 Meter.
- Schritt 2: Länge mal Breite rechnen: 15 × 1,20 = 18 Quadratmeter.
- Schritt 3: Fläche mal Faustwert: 18 × 150 Gramm = 2,7 Kilo pro Streugang.
- Schritt 4: Zuweg, Treppe und Zufahrt dazurechnen. Diese Flächen vergessen viele.
- Schritt 5: Ergebnis mal Zahl der Streugänge im Winter nehmen.
Ein Beispiel für ein typisches Einfamilienhaus in Essen: 15 Meter Gehweg, 8 Meter Zuweg mit 1 Meter Breite. Das sind 26 Quadratmeter. Mit 150 Gramm pro Quadratmeter brauchen Sie knapp 4 Kilo pro Streugang.
Lieber gar nicht rechnen?
Beim Winterdienst von GOTTSCHLING ist das Streugut im Preis enthalten. Sie kaufen, schleppen und lagern nichts.
Lieber persönlich? +49 201 45 875 433
Warum mehrmals dünn besser ist als einmal dick
Viele streuen beim ersten Frost eine dicke Schicht. Das fühlt sich sicher an. Es hilft aber wenig. Abstumpfende Streumittel tauen nichts auf. Sie legen sich nur als raue Schicht auf das Eis. Mehr dazu im Ratgeber Wie wirken abstumpfende Streumittel?
Fällt neuer Schnee, ist diese Schicht bedeckt. Dann rutscht man auf dem Neuschnee, egal wie viel darunter liegt. Deshalb gilt: erst räumen, dann streuen. Und nach neuem Schnee oder Eisregen erneut streuen.
Zu viel Streugut hat außerdem Nachteile. Splitt wird auf trockenem Pflaster selbst zur Rutschfalle. Er verstopft Gullys. Und nach dem Tauwetter müssen Sie alles wieder aufkehren. Das schreibt die Essener Satzung vor. Beim Winterdienst übernimmt das auf Wunsch das Pluspaket mit Frühjahrsreinigung.
Achtung: Wer nach Tauwetter das Streugut liegen lässt, handelt in Essen ordnungswidrig. Laut § 10 der Satzung kann das ein Bußgeld kosten – bei Fahrlässigkeit bis 500 Euro.
Vorrat planen: Wie viel Streugut für die ganze Saison?
Hier wird es schwierig. Niemand weiß im Oktober, wie der Winter wird. Laut Auswertung von Daten des Deutschen Wetterdienstes schwankt die Zahl der Tage mit Schneedecke in Essen stark: von 0 bis über 50 Tagen pro Winter. Frost gibt es im Mittel an rund 35 bis 45 Tagen im Jahr.
Für die Planung hilft eine einfache Rechnung. Nehmen Sie 20 Streugänge als Grundlage. Das ist kein Messwert, sondern eine vorsichtige Planungsgröße. Dazu kommt Reserve für Eisregen, weil Sie dann mehrfach nachstreuen müssen.
| Fläche | Pro Streugang (150 g/m²) | 20 Streugänge | Mit 30 % Reserve |
|---|---|---|---|
| 12 m² (10 m Gehweg) | 1,8 kg | 36 kg | ca. 47 kg |
| 18 m² (15 m Gehweg) | 2,7 kg | 54 kg | ca. 70 kg |
| 26 m² (Gehweg + Zuweg) | 3,9 kg | 78 kg | ca. 101 kg |
Die Zahlen zeigen: Für ein normales Grundstück brauchen Sie schnell mehrere Säcke. Die müssen trocken stehen und griffbereit sein. Wie das gelingt, lesen Sie im Ratgeber Streugut richtig lagern. Was das Material kostet, erklärt der Beitrag Was kostet Streugut pro Saison?

Die Menge hängt von der Glätte ab
Nicht jede Glätte ist gleich. Bei leichtem Reif reicht eine dünne Schicht. Bei festgetretenem Schnee brauchen Sie mehr Körner, damit sie überhaupt greifen. Bei Glatteis durch gefrierenden Regen verschwindet das Streugut oft schon nach kurzer Zeit unter einer neuen Eisschicht.
- Reifglätte: dünn streuen, oft reicht ein Streugang am Morgen.
- Schneeglätte: erst räumen, dann gleichmäßig streuen.
- Glatteis und Eisregen: mehrfach nachstreuen, Vorrat bereithalten.
- Überfrierende Nässe: vorbeugend streuen, wenn Frost angekündigt ist.
Welches Mittel wie gut greift, zeigt der Streugut-Vergleich von Splitt, Sand, Granulat und Salz. Warum Salz auf Essener Gehwegen tabu ist, lesen Sie unter Streusalz und Umwelt. Und wer eine salzfreie Lösung sucht, findet sie bei den Alternativen zu Streusalz.
Salz: kleine Menge, großes Verbot
Salz wirkt schon in kleinen Mengen. Fachartikel nennen 10 bis 20 Gramm pro Quadratmeter. Doch in Essen ist Salz auf Gehwegen grundsätzlich verboten. So steht es in § 4 Abs. 3 der Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung der Stadt Essen.
Ausnahmen gibt es nur an gefährlichen Stellen oder bei außergewöhnlichem Wetter wie Eisregen. Und auch nur, wenn abstumpfende Mittel allein nicht reichen. An Gehwegen mit Bäumen oder Grün gilt die Ausnahme nie.

Ein fester Preis statt Säcke schleppen
Räumen und Streuen für die ganze Saison: 39 € netto je laufendem Meter. Egal, wie oft gestreut werden muss.
Fragen zum Streuen? +49 201 45 875 433
Häufige Fragen zur Streugut-Menge
Wie viel Streugut braucht man pro Quadratmeter?
Als Faustwert nennen Fachartikel für Splitt rund 100 bis 150 Gramm pro Quadratmeter. Für Granulat gilt die Angabe auf der Packung. Eine gesetzliche Menge gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der Weg sicher begehbar ist.
Wie viel Streugut brauche ich für 10 Meter Gehweg?
Bei 1,20 Meter Breite sind das 12 Quadratmeter. Mit 150 Gramm pro Quadratmeter brauchen Sie rund 1,8 Kilo pro Streugang. Für einen ganzen Winter mit 20 Streugängen und etwas Reserve planen Sie besser mit rund 45 bis 50 Kilo.
Wie viel Gramm Streusalz pro Quadratmeter?
Fachartikel nennen 10 bis 20 Gramm pro Quadratmeter. In Essen dürfen Sie Salz auf Gehwegen aber grundsätzlich nicht verwenden. Erlaubt sind abstumpfende Mittel wie Sand, Splitt oder Granulat.
Kann man zu viel streuen?
Ja. Zu viel Splitt wird auf trockenem Pflaster rutschig, verstopft Gullys und muss nach dem Tauwetter aufwendig entfernt werden. Besser ist es, dünn zu streuen und bei Bedarf nachzustreuen.
Muss ich nach neuem Schnee erneut streuen?
Ja. Neuer Schnee deckt das alte Streugut zu. Dann räumen Sie erst den frischen Schnee und streuen danach neu. Das gilt jedes Mal, wenn in Essen neuer Schnee fällt oder neue Glätte entsteht.
Fazit
Als Faustwert für Streugut pro Quadratmeter gelten bei Splitt rund 100 bis 150 Gramm pro Quadratmeter. Für Granulat zählt die Herstellerangabe. Rechnen Sie Gehweg, Zuweg und Treppen zusammen und planen Sie Reserve für Eisregen ein. Streuen Sie dünn und lieber öfter. Wer sich das Rechnen, Kaufen und Schleppen sparen will, gibt das Streuen ab – Ihren Festpreis sehen Sie sofort im Rechner. Weitere Praxistipps finden Sie im Winterdienst-Ratgeber.