Früher war es einfach: Eine Tüte Salz, einmal quer über den Gehweg, fertig. Heute stehen Sie vor dem Haus, die Tüte in der Hand – und zögern. Ist das nicht verboten? Und was nehmen Sie stattdessen, damit trotzdem niemand ausrutscht?
Alternativen zu Streusalz sind in Essen keine Stilfrage, sondern Pflicht. Salz und andere auftauende Stoffe sind auf Gehwegen grundsätzlich verboten. Die erlaubten Alternativen zu Streusalz sind abstumpfende Mittel wie Splitt, Granulat oder Sand. Am umweltfreundlichsten sind Produkte mit dem Blauen Engel. Noch wichtiger als das Mittel ist die Reihenfolge: erst gründlich räumen, dann streuen.

Warum Salz in Essen tabu ist
Die Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung der Stadt Essen sagt wörtlich: „Die Verwendung von Salz und anderen auftauenden Stoffen auf Gehwegen ist grundsätzlich verboten.“ (§ 4 Abs. 3). Ausnahmen gibt es nur an gefährlichen Stellen wie Treppen oder starkem Gefälle und bei außergewöhnlichem Wetter wie Eisregen. Auch dann nur, wenn abstumpfende Mittel allein nicht reichen.
An Gehwegen mit Bäumen oder Begrünung gilt keine Ausnahme. Salzhaltiger Schnee darf nicht auf Baumscheiben oder Grünflächen geschoben werden. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld. Die Details beantwortet die Frage Darf ich in Essen Salz streuen?
Warum so streng? Laut Umweltbundesamt schädigt Salz die Feinwurzeln von Bäumen, führt zu braunen Blatträndern und frühem Laubfall. Es gelangt in Gewässer, greift Beton und Mauerwerk an und kann Hundepfoten entzünden.
Alternativen zu Streusalz, Nr. 1: Splitt
Splitt besteht aus kleinen, kantigen Steinchen. Er macht Schnee und Eis griffig. Sein großer Vorteil: Er lässt sich nach dem Einsatz zusammenfegen und wiederverwenden. Das empfiehlt auch das Umweltbundesamt. Nachteile sind Staub, Schmutz im Hausflur und Kratzer auf empfindlichen Böden. Auf Glatteis wirkt Splitt weniger gut.
Nr. 2: Granulat mit Umweltzeichen
Granulat ist körniges, salzfreies Streumittel. Achten Sie auf den Blauen Engel. Die Vergabekriterien DE-UZ 13 stehen für salzfreie, abstumpfende Streumittel, die Böden, Wasser und Pflanzen schonen. Das Umweltbundesamt empfiehlt solche Produkte ausdrücklich. So haben Sie einen Nachweis für die Umweltfreundlichkeit, statt nur einer Werbeaussage. Das Zeichen steht meist gut sichtbar auf der Verpackung.
Salzfrei gestreut – ohne dass Sie sich kümmern
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Nr. 3: Sand – günstig, aber schwächer
Sand steht in der Essener Satzung ausdrücklich als erlaubtes Mittel. Er ist günstig und überall zu haben. Weil die Körner rund und fein sind, wird er aber schnell weggetreten. Ein Fachartikel bescheinigt Sand eine geringere Sicherheitswirkung. Für kleine Flächen ist er eine Notlösung, für stark begangene Gehwege eher nicht. Wer Sand nutzt, muss meist öfter nachstreuen.
Nr. 4: Blähton – mit Vorbehalt
Blähton sind kleine, leichte Tonkügelchen. Sie wirken abstumpfend und sind salzfrei. Das Umweltbundesamt rät aber, energieintensiv hergestellte Produkte wie Blähton eher zu meiden. Für die Umweltbilanz sind Splitt oder Granulat mit Blauem Engel oft die bessere Wahl.
Nr. 5: Asche
Asche nennt die Essener Satzung ebenfalls als abstumpfendes Mittel. Im Alltag spielt sie kaum noch eine Rolle. Und sie macht viel Schmutz. Andere Mittel aus dem Küchenschrank oder Keller wirken oft nicht wie erhofft. Hobelspäne etwa haben laut OLG Hamm keine nennenswerte abstumpfende Wirkung (Urteil vom 24.11.2014, 6 U 92/12). Mehr dazu im Ratgeber Hausmittel gegen Glatteis.

Vorsicht bei „salzfreien“ Taumitteln
Im Handel gibt es Mittel, die als salzfrei beworben werden, aber trotzdem auftauen. Ein Beispiel ist Calcium-Magnesium-Acetat, kurz CMA. Die Essener Satzung verbietet nicht nur Salz, sondern auch „andere auftauende Stoffe“. Ein auftauendes Mittel ist also auf Gehwegen grundsätzlich ebenfalls tabu – egal, was auf der Packung steht. Mehr zu CMA erklärt das Lexikon unter Calcium-Magnesium-Acetat.
Achtung: Lesen Sie das Kleingedruckte. „Umweltfreundlich“ oder „salzfrei“ heißt nicht automatisch „abstumpfend“. Erlaubt ist auf Essener Gehwegen, was die Oberfläche griffig macht – nicht, was das Eis schmilzt.
Eisregen: Wenn abstumpfende Mittel an Grenzen stoßen
Glatteis entsteht, wenn unterkühlter Regen beim Auftreffen auf den Boden gefriert. Der Deutsche Wetterdienst zählt es zu den gefährlichsten Glättearten. Es kommt oft plötzlich. Auf einer geschlossenen Eisschicht finden Splitt und Granulat weniger Halt.
Genau für solche Lagen erlaubt die Essener Satzung eine Ausnahme. An gefährlichen Stellen oder bei außergewöhnlichem Wetter darf Salz verwendet werden, wenn abstumpfende Mittel allein nicht reichen. Gemeint sind etwa Treppen und Stellen mit starkem Gefälle. Dosieren Sie dann sparsam und nur dort, wo es nötig ist. Und denken Sie daran: An Gehwegen mit Bäumen oder Begrünung bleibt Salz auch bei Eisregen tabu.
Alternativen zu Streusalz für Vermieter und Mieter
Räumen Ihre Mieter selbst, sollten Sie als Vermieter das passende Streugut bereitstellen. Sonst greift jemand im Notfall zur Salztüte aus der Küche. Eine Kiste Granulat am Hauseingang und ein klarer Hinweis im Aushang schaffen Klarheit. Laufende Kosten wie verbrauchtes Streugut lassen sich in der Regel als Betriebskosten umlegen, wenn der Mietvertrag das vorsieht.
Die Kombination aus Räumen und Streuen entscheidet
Das beste Streumittel hilft wenig auf einer dicken Schneeschicht. Die EBE empfiehlt: erst räumen, dann streuen. Schieben Sie den Schnee an den Gehwegrand zur Fahrbahn. Halten Sie Gullys und Hydranten frei. Streuen Sie danach gleichmäßig. Als grober Faustwert für Splitt gelten etwa 100 bis 150 Gramm pro Quadratmeter.
- Zuerst den Schnee vollständig räumen
- Dann abstumpfendes Mittel gleichmäßig streuen
- Nach neuem Schnee oder neuer Glätte wiederholen
- Streugut trocken lagern, damit es nicht verklumpt
- Nach dem Tauwetter kehren und in den Restmüll geben
Wie viel Sie brauchen, zeigt der Ratgeber Wie viel Streugut pro Quadratmeter? Wie Sie es richtig lagern, erklärt Streugut richtig lagern. Und wie es nach dem Winter wieder verschwindet, lesen Sie unter Streugut entfernen. Alle Mittel im direkten Vergleich zeigt der Ratgeber Streugut im Vergleich. Weitere Praxistipps finden Sie im Winterdienst-Ratgeber.

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Häufige Fragen zu Alternativen zu Streusalz
Was ist die beste Alternative zu Streusalz?
Für Essener Gehwege Splitt oder Granulat, am besten mit Blauem Engel. Sie wirken abstumpfend und sind erlaubt.
Ist Streusalz in Essen überall verboten?
Auf Gehwegen grundsätzlich ja. Ausnahmen gibt es nur an gefährlichen Stellen oder bei Eisregen, und nie an Gehwegen mit Bäumen oder Grün.
Darf ich salzfreie Taumittel wie CMA verwenden?
Die Satzung verbietet auch andere auftauende Stoffe auf Gehwegen. Ein auftauendes Mittel ist damit grundsätzlich ebenfalls nicht erlaubt.
Wie erkenne ich umweltfreundliches Streugut?
Am Umweltzeichen Blauer Engel für Streumittel. Es steht für salzfreie, abstumpfende Mittel.
Was mache ich mit dem Streugut nach dem Winter?
Die Essener Satzung verlangt, es nach dem Ende der Glätte zu entfernen. Kehren Sie es zusammen. Sauberen Splitt können Sie wiederverwenden, der Rest gehört in den Restmüll.
Fazit
Alternativen zu Streusalz gibt es genug – und in Essen sind sie Pflicht. Splitt und Granulat mit Blauem Engel sind die erste Wahl, Sand ist eine schwächere Notlösung. Finger weg von auftauenden Mitteln, auch wenn sie „salzfrei“ heißen. Entscheidend bleibt: erst räumen, dann streuen, danach entfernen. Berechnen Sie jetzt Ihren Festpreis und lassen Sie Profis streuen.
Tipps zu umweltschonenden Streumitteln gibt das Umweltbundesamt.