„Salzfrei und umweltschonend“ – so wird es beworben. Es taut Eis wie Salz, soll aber Bäume, Beton und Hundepfoten schonen. Klingt nach der perfekten Lösung für Ihren Gehweg. Doch in Essen gibt es einen Haken.
Calcium-Magnesium-Acetat, kurz CMA, ist ein auftauendes Streumittel ohne Chlorid. Es entsteht aus Essigsäure sowie Calcium- und Magnesiumverbindungen. Calcium-Magnesium-Acetat senkt den Gefrierpunkt von Wasser und bringt so Eis zum Schmelzen – greift Bauwerke aber deutlich weniger an als Streusalz. Weil es auftaut, fällt es auf Essener Gehwegen trotzdem unter das grundsätzliche Verbot.

Was Calcium-Magnesium-Acetat ist
Chemisch ist CMA ein Salz der Essigsäure. „Acetat“ steht für den Essiganteil, „Calcium“ und „Magnesium“ für die beiden Mineralien. Es enthält kein Chlorid – also genau den Bestandteil, der beim normalen Streusalz und bei Calciumchlorid Beton angreift und Bäumen schadet. Deshalb gilt CMA als schonendere Alternative.
Im Handel gibt es CMA als Granulat oder in Mischungen. Es ist deutlich teurer als Kochsalz. Eingesetzt wird es vor allem dort, wo Bauwerke besonders geschützt werden sollen, etwa auf Brücken oder in Parkhäusern.
Vorteile und Grenzen
Der größte Vorteil: CMA ist chloridfrei. Es greift Beton, Bewehrung und Metall weniger an. Für Pflanzen und Tiere gilt es als verträglicher. Es ist biologisch abbaubar.
Die Grenzen: CMA ist teuer. Es wirkt langsamer als Kochsalz und ist bei sehr tiefen Temperaturen weniger stark. Und beim Abbau im Wasser verbraucht es Sauerstoff. Völlig folgenlos ist also auch dieses Mittel nicht. Wer es großflächig einsetzt, belastet Gewässer auf andere Weise als Salz.
- Chloridfrei und schonender für Bauwerke
- Biologisch abbaubar
- Deutlich teurer als Streusalz
- Wirkt langsamer
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Warum Calcium-Magnesium-Acetat in Essen unter das Verbot fällt
Die Essener Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung verbietet in § 4 Abs. 3 nicht nur Salz, sondern ausdrücklich auch „andere auftauende Stoffe“ auf Gehwegen. Entscheidend ist also die Wirkung, nicht die Zusammensetzung. CMA taut Eis. Nach dem Wortlaut fällt es damit unter das Verbot – auch wenn es kein Chlorid enthält.
Die Ausnahmen der Satzung gelten wie bei Salz: gefährliche Stellen oder außergewöhnliches Wetter wie Eisregen, und nur, wenn abstumpfende Mittel allein nicht reichen. An Gehwegen mit Bäumen oder Grün gilt keine Ausnahme. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie vor dem Einsatz bei der Stadt Essen nach. Eine kurze Auskunft vorab ist günstiger als eine Geldbuße im Nachhinein.
Achtung: „Salzfrei“ heißt nicht „erlaubt“. Die Satzung verbietet jeden auftauenden Stoff auf Gehwegen, nicht nur Kochsalz.

Wann Calcium-Magnesium-Acetat sinnvoll sein kann
Auf Ihrem privaten Grundstück gilt das Verbot der Satzung nicht unmittelbar. Haben Sie empfindliche Natursteinstufen oder eine Tiefgaragenrampe aus Beton, kann ein chloridfreies Mittel dort eine Überlegung wert sein. Achten Sie darauf, dass Schmelzwasser nicht auf den öffentlichen Gehweg oder in Beete läuft. Und fragen Sie im Zweifel einen Fachbetrieb, welches Mittel zu Ihrem Material passt. Mehr zu Stein und Pflaster erklärt der Ratgeber Streugut auf Naturstein, Pflaster und Treppen.
Kosten im Vergleich
Wer über CMA nachdenkt, sollte rechnen. Das Mittel kostet ein Vielfaches von Kochsalz und deutlich mehr als Splitt oder Sand. Für einen Gehweg von 15 Metern kommt über einen Winter mit vielen Glättetagen einiges zusammen. Dazu kommt: Auf dem Essener Gehweg dürfen Sie es ohnehin nur in Ausnahmefällen verwenden. Für den Alltag lohnt sich die Anschaffung deshalb selten. Das Geld ist in einem zuverlässigen Winterdienst oft besser angelegt.
Die erlaubte Alternative
Für den Gehweg in Essen sind abstumpfende Streumittel die richtige Wahl. Splitt, Sand und Granulat tauen nicht, sondern geben Halt. Sie sind günstig, schonen Bäume und Bauwerke und lassen sich teils wiederverwenden. Das Umweltbundesamt empfiehlt abstumpfende Mittel mit dem Blauen Engel. Weitere Möglichkeiten zeigt der Ratgeber Alternativen zu Streusalz.

Häufige Fragen zu CMA
Was ist Calcium-Magnesium-Acetat?
Ein chloridfreies Taumittel auf Basis von Essigsäure, Calcium und Magnesium.
Darf ich CMA in Essen auf dem Gehweg streuen?
Grundsätzlich nicht. Die Satzung verbietet alle auftauenden Stoffe auf Gehwegen, außer in engen Ausnahmen.
Ist CMA besser als Streusalz?
Für Bauwerke schonender, aber deutlich teurer und nicht völlig folgenlos für die Umwelt.
Was ist die erlaubte Alternative?
Abstumpfende Mittel wie Splitt, Sand oder Granulat.
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Fazit
Calcium-Magnesium-Acetat ist ein chloridfreies Taumittel, das Bauwerke weniger angreift als Salz. In Essen fällt es als auftauender Stoff auf Gehwegen trotzdem unter das Verbot. Auf dem eigenen Grundstück kann es eine Option sein. Für den Gehweg bleiben abstumpfende Mittel die richtige Wahl. Was ein salzfreier Winterdienst kostet, zeigen die Winterdienst-Preise in Essen. Weitere Streumittel erklärt das Winterdienst-Lexikon.