Minus zwölf Grad, klirrende Kälte. Das normale Streusalz liegt nutzlos auf dem Eis. Im Baumarkt empfiehlt man Ihnen ein „Profi-Tausalz“ für tiefe Temperaturen. Doch Vorsicht: Auch das dürfen Sie in Essen nicht einfach auf den Gehweg streuen.
Calciumchlorid ist ein Salz aus Calcium und Chlor, das als auftauendes Streumittel eingesetzt wird. Es senkt den Gefrierpunkt von Wasser stärker als gewöhnliches Kochsalz und wirkt deshalb auch bei strengem Frost. Calciumchlorid ist ein auftauender Stoff – und damit auf Gehwegen in Essen grundsätzlich verboten, genau wie normales Streusalz.

Wie Calciumchlorid wirkt
Wie jedes Tausalz löst sich Calciumchlorid in Wasser und senkt dessen Gefrierpunkt. Der Unterschied zu Kochsalz: Die Wirkung reicht bei deutlich tieferen Temperaturen. Dazu kommt eine Besonderheit. Beim Lösen in Wasser gibt es Wärme ab. Das beschleunigt das Tauen zusätzlich.
Das Salz zieht außerdem Feuchtigkeit aus der Luft an. Es muss deshalb dicht verschlossen gelagert werden, sonst verklumpt es. Auf dem Boden bleibt es lange feucht und wirkt dadurch länger nach.
Wo es eingesetzt wird
Calciumchlorid wird im Winterdienst vor allem dort genutzt, wo es sehr kalt wird und normales Salz versagt. Es ist oft teurer als Kochsalz. Manche Produkte mischen beide Salze, um Kosten und Wirkung auszugleichen. Auch in der Sole von Streufahrzeugen kann es eine Rolle spielen. Wie die Stadt Essen die Fahrbahnen streut, erklärt der Eintrag Feuchtsalz.
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Warum es in Essen unter das Verbot fällt
Die Essener Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung verbietet in § 4 Abs. 3 „die Verwendung von Salz und anderen auftauenden Stoffen auf Gehwegen“ grundsätzlich. Calciumchlorid ist ein Salz und taut auf. Es fällt damit eindeutig unter das Verbot. Wer es ohne Ausnahmefall auf dem Gehweg streut, handelt ordnungswidrig. Die Geldbuße beträgt bei Fahrlässigkeit bis 500 €, bei Vorsatz bis 1.000 €.
Die Ausnahmen der Satzung gelten auch hier: bei gefährlichen Stellen oder außergewöhnlichem Wetter wie Eisregen, und nur, wenn abstumpfende Mittel allein nicht reichen. An Gehwegen mit Bäumen oder Grün gilt keine Ausnahme. Mehr dazu erklärt der Eintrag Auftauende Streumittel. Auch salzfreie Taumittel wie Calcium-Magnesium-Acetat tauen auf und fallen damit unter dieselbe Regel.

Die Folgen für Umwelt und Bauwerke
Calciumchlorid ist ein Chloridsalz wie Kochsalz. Die Chloride gelangen in Boden und Wasser. Sie schaden Straßenbäumen, Rasen und Hecken. Sie greifen Beton, Bewehrung und Metall an. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb grundsätzlich abstumpfende statt auftauende Mittel. Wie diese Schäden aussehen, beschreibt der Eintrag Salzschäden.
Achtung: Produkte mit Namen wie „Eisfrei-Granulat“ oder „Profi-Taumittel“ enthalten oft Chloride. Prüfen Sie die Zusammensetzung, bevor Sie auf dem Gehweg streuen.
Was bei starker Kälte hilft
Auch bei strengem Frost bieten abstumpfende Mittel Halt. Scharfkantiger Splitt oder Lavagranulat verbeißt sich im Eis, egal wie kalt es ist. Das ist ihr großer Vorteil: Ihre Wirkung hängt nicht von der Temperatur ab. Bei sehr kaltem, trockenem Wetter ist Glätte außerdem oft weniger tückisch, weil sich kein Wasserfilm bildet. Gefährlich wird es eher bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Alternativen zu Salz zeigt der Ratgeber Alternativen zu Streusalz.

Calciumchlorid im Mietshaus
Manche Mieter bringen eigene Taumittel mit, weil sie es von früher kennen. Als Vermieter sollten Sie klar regeln, was gestreut wird. Stellen Sie abstumpfendes Streugut bereit und schreiben Sie in die Hausordnung, dass auf dem Gehweg kein Salz verwendet wird. So vermeiden Sie Ärger mit der Stadt und Schäden an Treppen und Wegen.
Auf dem eigenen Grundstück
Das Verbot der Satzung betrifft Gehwege. Auf Ihrem privaten Grundstück gilt es nicht unmittelbar. Trotzdem schadet Calciumchlorid dort Natursteinstufen, Pflaster und Pflanzen. Es wird in die Wohnung getragen. Auch hier ist abstumpfendes Streugut die bessere Wahl.
Häufige Fragen zu Calciumchlorid
Was ist Calciumchlorid?
Ein Tausalz aus Calcium und Chlor, das auch bei strengem Frost wirkt.
Darf ich Calciumchlorid in Essen streuen?
Auf Gehwegen grundsätzlich nicht. Es ist ein auftauender Stoff und fällt unter das Salzverbot.
Ist Calciumchlorid umweltfreundlicher als Streusalz?
Nein. Auch es ist ein Chloridsalz und schadet Bäumen, Böden und Bauwerken.
Was hilft bei strenger Kälte stattdessen?
Abstumpfende Mittel wie Splitt oder Lavagranulat. Ihre Wirkung hängt nicht von der Temperatur ab.
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Fazit
Calciumchlorid ist ein starkes Tausalz, das auch bei strengem Frost wirkt. In Essen fällt es auf Gehwegen unter das Verbot für Salz und auftauende Stoffe. Es schadet Bäumen, Böden und Bauwerken wie Kochsalz. Abstumpfende Mittel sind die erlaubte und sichere Wahl. Weitere Streumittel erklärt das Winterdienst-Lexikon. Mehr zum Angebot beim Winterdienst in Essen.