Feuchtsalz: Wie die Stadt Fahrbahnen streut

Hinter dem Räumfahrzeug glänzt die Fahrbahn feucht. Kein Salzkorn fliegt durch die Luft, keine weißen Krümel bleiben am Rand liegen. Was streut die Stadt da eigentlich?

Feuchtsalz ist trockenes Streusalz, das kurz vor dem Ausbringen mit Salzlösung (Sole) angefeuchtet wird. Durch die Feuchtigkeit haftet das Salz besser auf der Fahrbahn, verteilt sich gleichmäßiger und beginnt schneller zu wirken. Die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) streuen die Fahrbahnen im Feuchtsalzverfahren – für Anlieger auf Gehwegen bleibt Salz dagegen grundsätzlich verboten.

Feuchtsalz: Räumfahrzeug streut die Fahrbahn

Wie das Verfahren funktioniert

Im Streufahrzeug gibt es zwei Behälter: einen für trockenes Salz, einen für Sole. Beim Streuen werden beide gemischt, bevor das Salz auf die Straße fällt. Das angefeuchtete Salz klebt besser am Boden. Es wird weniger vom Fahrtwind weggeweht und springt seltener von der Fahrbahn auf Gehwege oder Grünstreifen.

Weil das Salz schon feucht ist, beginnt es sofort zu tauen. Trockenes Salz muss erst Feuchtigkeit aufnehmen. So kommt man mit weniger Salz aus, und die Wirkung setzt früher ein – gerade bei Glätte in der Nacht ein wichtiger Vorteil. Moderne Dosiertechnik arbeitet laut Fachartikeln mit rund 10 bis 20 Gramm Salz je Quadratmeter.

Warum die Stadt Salz nutzt

Auf Fahrbahnen gelten andere Anforderungen als auf Gehwegen. Autos, Busse und Lkw brauchen große, schnell eisfreie Flächen. Die EBE räumt und streut nach einem festen Streuplan: Hauptstraßen mit 24-Stunden-Bereitschaft, wichtige Erschließungsstraßen von 6 bis 22 Uhr. Das Feuchtsalzverfahren hilft, diese Flächen mit möglichst wenig Salz sicher zu machen.

Die Stadt streut die Straße. Wer streut Ihren Gehweg?

Der Winterdienst von GOTTSCHLING übernimmt den Gehweg – abstumpfend und regelkonform, für 39 € netto je laufendem Meter pro Saison. Das Streugut ist im Preis enthalten.

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Warum Sie kein Feuchtsalz streuen dürfen

Die Essener Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung verbietet in § 4 Abs. 3 die Verwendung von Salz und anderen auftauenden Stoffen auf Gehwegen grundsätzlich. Das gilt auch, wenn Sie das Salz vorher anfeuchten. Und es gilt für andere Taumittel wie Calciumchlorid oder Calcium-Magnesium-Acetat, denn auch sie tauen auf. Für Anlieger gelten nur die engen Ausnahmen der Satzung: gefährliche Stellen oder außergewöhnliches Wetter wie Eisregen, und nur wenn abstumpfende Mittel allein nicht reichen. An Gehwegen mit Bäumen oder Grün nie.

Den Gehweg streuen Sie mit abstumpfenden Mitteln wie Splitt, Sand oder Granulat. Das schont die Straßenbäume, die direkt neben dem Gehweg stehen. Und es schützt Ihre eigenen Stufen, Mauern und Beete vor dem Salz.

Abstumpfendes Streugut aus Granulat auf einem verschneiten Gehweg

Salz vom Fahrbahnrand

Auch wenn Sie selbst kein Salz streuen: Salzhaltiger Schnee und Spritzwasser von der Fahrbahn landen oft am Gehwegrand. Die Satzung verbietet, salzhaltigen Schnee auf Baumscheiben oder Grünflächen abzulagern. Schieben Sie den Schnee deshalb an den Rand zur Fahrbahn, nicht in Beete oder an Baumstämme. Halten Sie Gullys frei, damit das Salzwasser abfließen kann. Mehr zu den Folgen von Salz erklärt der Eintrag Salzschäden.

Achtung: Viele Eigentümer sehen die Stadt Salz streuen und glauben, sie dürften es auch. Das stimmt nicht. Die Regeln der Satzung für Anlieger sind strenger als die Praxis auf der Fahrbahn.

Verschneite Wohnstraße mit Altbauten in Essen im Ruhrgebiet

Vorteile des Verfahrens für die Umwelt

Auch auf der Fahrbahn ist Salz ein Kompromiss. Es macht Straßen sicher, belastet aber Bäume, Böden und Gewässer. Das Feuchtsalzverfahren verringert die nötige Menge. Weniger Salz wird verweht, mehr bleibt dort, wo es wirken soll. Das schont den Straßenrand. Trotzdem bleibt jedes Gramm Salz in der Umwelt. Genau deshalb schützt die Essener Satzung die Gehwege mit ihren Bäumen und Grünstreifen besonders.

Feuchtsalz und der Gehweg vor Ihrem Haus

Die EBE streut nur die Fahrbahn. Für alle Gehwege sind in Essen die angrenzenden Eigentümer zuständig. Das gilt auch an Hauptstraßen, auf denen die EBE rund um die Uhr im Einsatz ist. Ist nachts Schnee gefallen oder Glätte entstanden, muss Ihr Gehweg werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr frei und gestreut sein – unabhängig davon, wann die Fahrbahn an der Reihe war. Den Überblick über die Leistungen der Stadt gibt der Beitrag Winterdienst der Stadt Essen.

Häufige Fragen zu Feuchtsalz

Was ist Feuchtsalz?

Streusalz, das beim Ausbringen mit Sole angefeuchtet wird. Es haftet besser und wirkt schneller.

Wer streut in Essen mit Feuchtsalz?

Die EBE auf den Fahrbahnen der Straßen im Winterdienstverzeichnis.

Darf ich als Anlieger Feuchtsalz streuen?

Auf Gehwegen grundsätzlich nicht. Salz ist dort verboten, außer in den engen Ausnahmen der Satzung.

Räumt die EBE auch meinen Gehweg?

Nein. Den Gehweg müssen Sie selbst räumen oder räumen lassen.

Straße gesalzen, Gehweg gestreut

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Fazit

Feuchtsalz ist angefeuchtetes Streusalz, mit dem die EBE in Essen Fahrbahnen streut. Es haftet besser und spart Salz. Für Anlieger auf Gehwegen gilt es nicht – dort ist Salz grundsätzlich verboten. Den Gehweg streuen Sie abstumpfend oder lassen ihn streuen. Was das kostet, zeigen die Winterdienst-Preise; weitere Begriffe erklärt das Winterdienst-Lexikon. Berechnen Sie jetzt Ihren Saisonpreis.