Reifglätte: Glätte durch Raureif

Ein glitzernder Wintermorgen. Die Wiese ist weiß, die Autos sind mit feinen Kristallen überzogen. Wunderschön – bis Sie auf die Holzbrücke im Park treten und plötzlich den Halt verlieren.

Reifglätte ist Glätte, die durch Raureif auf Wegen, Treppen oder Brücken entsteht. Reif bildet sich, wenn Wasserdampf aus der Luft direkt auf sehr kalten Flächen gefriert. Wird die dünne Reifschicht durch Schritte oder Reifen zusammengepresst, taut sie kurz an und gefriert danach glatt. Laut Deutschem Wetterdienst ist Reifglätte tückisch, weil sie oft nur stellenweise auftritt.

Reifglätte auf einer Treppe am frühen Morgen

Wie Reif entsteht

In klaren, windstillen Nächten kühlen Flächen stark ab. Sie geben Wärme in den Himmel ab. Ist die Oberfläche kälter als 0 °C – man spricht von Bodenfrost – und die Luft feucht, schlägt sich der Wasserdampf als feine Eiskristalle nieder. Das ist Reif. Er bildet sich ohne Regen und ohne Schnee.

Frischer Reif wirkt zunächst harmlos. Gefährlich wird es, wenn Menschen darüber gehen oder Autos darüber fahren. Der Druck presst die Kristalle zusammen. Sie tauen kurz an und gefrieren zu einer glatten Schicht. So beschreibt es auch das DWD-Wetterlexikon zur Glätte.

Die 3 typischen Orte

Reifglätte tritt nicht überall gleich auf. Sie sucht sich bestimmte Stellen:

  • Brücken und Stege: Sie kühlen von oben und unten aus und sind oft zuerst glatt
  • Treppen und Rampen, vor allem aus Metall, Holz oder Naturstein
  • Stellen unter Bäumen und im Schatten, wo die Sonne morgens nicht hinkommt

Dazu kommen Flächen, die frei stehen und nachts stark abstrahlen: Parkplätze, Terrassen, offene Höfe.

Morgens glitzert es? Ihr Weg ist trotzdem sicher.

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Müssen Sie bei Reif streuen?

Das hängt von der Ausdehnung ab. Die Streupflicht setzt grundsätzlich allgemeine Glätte voraus. Einzelne glatte Stellen reichen nach dem BGH in der Regel nicht (BGH, 12.06.2012, VI ZR 138/11). Liegt der Reif aber auf dem ganzen Gehweg und macht ihn rutschig, müssen Sie streuen.

Bei vereinzelten Stellen gilt: Kennen Sie eine typische Gefahrenstelle, etwa Ihre Treppe im Schatten, sollten Sie sie trotzdem sichern. Mehr zur Abgrenzung erklärt der Eintrag Einzelglätte.

In Essen gelten die Zeiten der Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung. Entsteht die Glätte nach 20 Uhr, muss der Gehweg werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr gestreut sein.

Spiegelglatter Gehweg mit Glatteis in einer Wohnstraße in Essen

Warum Reif so oft unterschätzt wird

Reif sieht harmlos aus. Er ist weiß und wirkt eher rau als glatt. Viele gehen deshalb normal weiter. Doch schon eine Stunde Fußverkehr macht aus dem Reif einen glatten Film. Besonders tückisch ist das auf Treppen: Dort genügt ein falscher Schritt.

Achtung: Brücken, Treppen und Schattenplätze sind morgens oft glatt, während der Rest schon trocken ist. Kontrollieren Sie diese Stellen gezielt.

Was hilft

Abstumpfendes Streugut gibt auf dünnen Eisfilmen guten Halt. Feiner Splitt oder Granulat drückt sich leicht in die Oberfläche. Bei angekündigtem Frost hilft präventives Streuen an bekannten Gefahrenstellen. Salz ist auf Gehwegen in Essen grundsätzlich verboten. An gefährlichen Stellen wie Treppen kann es erlaubt sein, wenn abstumpfende Mittel allein nicht reichen – aber nie an Bäumen oder Grün. Einen Überblick über alle Glättearten gibt der Ratgeber Die 6 gefährlichsten Arten von Glätte.

Abstumpfendes Streugut aus Granulat auf einem verschneiten Gehweg

Morgens kontrollieren: So geht es schnell

Ein kurzer Rundgang vor 7 Uhr reicht meist. Schauen Sie auf Autodach und Rasen: Liegt dort Reif, ist Vorsicht geboten. Prüfen Sie dann Treppe, Podest und den Gehweg vor dem Haus. Glänzt die Oberfläche oder fühlt sie sich unter der Sohle glatt an, wird gestreut. Wer das jeden Frostmorgen macht, ist gut geschützt. Wer dafür keine Zeit hat, gibt die Aufgabe ab.

Reif und Frost in Essen

Frost gibt es in Essen deutlich häufiger als Schnee. Im langjährigen Mittel zählt die Station Essen-Bredeney rund 45 Frosttage im Jahr. An vielen dieser Tage kann sich morgens Reif bilden. Für Eigentümer heißt das: Die Glätte-Gefahr besteht an viel mehr Tagen, als es schneit.

Häufige Fragen zu Reifglätte

Was ist Reifglätte?

Glätte durch Raureif, der festgetreten wird, kurz antaut und glatt gefriert.

Muss ich bei Reif streuen?

Wenn der Reif den Weg allgemein glatt macht, ja. Bei einzelnen Stellen hängt es vom Einzelfall ab.

Wo tritt Reifglätte besonders auf?

Auf Brücken, Treppen, Rampen und an Stellen im Schatten oder unter Bäumen.

Was hilft gegen Reifglätte?

Feines abstumpfendes Streugut wie Splitt oder Granulat.

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Fazit

Reifglätte entsteht aus Raureif, der festgetreten wird und glatt gefriert. Sie tritt oft nur stellenweise auf – auf Brücken, Treppen und im Schatten. Liegt sie allgemein, müssen Sie streuen. Bekannte Gefahrenstellen sollten Sie immer sichern. Weitere Glättearten erklärt das Winterdienst-Lexikon. Mehr zum Angebot beim Winterdienst in Essen.