„Es hat doch gar nicht geschneit!“ Diesen Satz hört man oft nach einem Sturz auf dem Gehweg. Und er stimmt. Denn viele Stürze passieren nicht im Schnee, sondern auf Glätte, die man nicht sieht.
Es gibt verschiedene Arten von Glätte. Der Deutsche Wetterdienst unterscheidet vor allem Schneeglätte, Reifglätte, Glatteis und Eisglätte, die auch überfrierende Nässe heißt. Im Alltag kommen Blitzeis und einzelne Glättestellen dazu. Jede Art braucht eine andere Maßnahme. Am gefährlichsten ist die Glätte, die man nicht erkennt – also Glatteis und überfrierende Nässe.

Die Arten von Glätte im Überblick
| Art | Entstehung | Erkennbar? | Was hilft |
|---|---|---|---|
| Schneeglätte | festgetretener Schnee | gut sichtbar | früh räumen, streuen |
| Reifglätte | festgetretener Reif | schwer | dünn streuen |
| Glatteis | unterkühlter Regen gefriert | kaum | streuen, oft nachstreuen |
| Eisglätte / überfrierende Nässe | nasser Boden friert | kaum | vorbeugend streuen |
| Blitzeis | plötzliches Glatteis | kaum | Warnungen beachten, sofort streuen |
| Einzelglätte | Tropf- oder Abtauwasser an einer Stelle | schwer | Ursache beseitigen, gezielt streuen |
1. Schneeglätte
Frischer Schnee wird durch Gehen oder Fahren zusammengepresst. Er taut kurz an und friert wieder fest. Laut Wetterlexikon des DWD ist diese Glätte am leichtesten zu erkennen. Trotzdem ist sie gefährlich, weil sie sich über Tage hält, wenn niemand räumt.
Was hilft: Früh räumen, bevor jemand darauf geht. Danach abstumpfend streuen. Mehr unter Schneeglätte und im Ratgeber Schnee richtig räumen.
2. Reifglätte
In klaren, kalten Nächten bildet sich Reif auf dem Boden. Wird er festgetreten, taut er kurz an und gefriert glatt. Tückisch ist, dass Reifglätte nur stellenweise auftritt. Typische Orte sind Brücken und Wege unter Bäumen.
Was hilft: Morgens kontrollieren und dünn abstumpfend streuen. Mehr im Lexikon unter Reifglätte.
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3. Glatteis
Unterkühlter Regen oder Sprühregen fällt auf gefrorenen Boden und gefriert sofort. Es entsteht eine glasklare Eisschicht. Laut DWD zählt Glatteis zu den gefährlichsten Arten von Glätte. Es ist nur sehr kurzfristig vorhersagbar.
Was hilft: Streuen, und zwar immer wieder. Das Streugut wird vom nächsten Regen überfroren. Bei Eisregen erlaubt die Essener Satzung ausnahmsweise Salz, wenn abstumpfende Mittel nicht reichen – aber nie an Gehwegen mit Bäumen oder Grün. Mehr im Ratgeber Eisregen angekündigt und im Lexikon unter Glatteis.
4. Eisglätte und überfrierende Nässe
Wasser auf dem Weg gefriert, weil die Oberfläche nachts oder durch Kaltluft unter 0 °C abkühlt. Vorher muss kein Niederschlag fallen. Tauwasser vom Vortag reicht. Laut DWD ist diese Glätte besonders tückisch, weil man nicht mit ihr rechnet.
Was hilft: Bei angekündigtem Frost nach nassem Tag vorbeugend streuen. Mehr im Lexikon unter Eisglätte und Überfrierende Nässe.
Achtung: Überfrierende Nässe und Glatteis sieht man kaum. Der Gehweg wirkt nur nass. Genau deshalb passieren hier viele Stürze. Und genau deshalb gilt die Streupflicht auch an Tagen ohne Schnee.
5. Blitzeis
„Blitzeis“ ist kein Fachbegriff des DWD, sondern ein Alltagswort. Gemeint ist Glatteis, das sehr plötzlich entsteht. Innerhalb von Minuten werden Straßen und Gehwege spiegelglatt. Oft trifft es Menschen, die gerade unterwegs sind.
Was hilft: Warnungen beachten und Streugut griffbereit halten. Mehr unter Blitzeis und im Ratgeber Glättewarnungen richtig nutzen.

6. Einzelglätte: die hausgemachte Gefahr
Manchmal ist nur eine Stelle glatt. Unter dem Fallrohr, neben der Wärmepumpe, unter der undichten Dachrinne. Der Rest ist trocken. Die Gerichte sagen: Einzelne Glättestellen lösen normalerweise keine allgemeine Streupflicht aus (BGH, 12.06.2012, VI ZR 138/11). Stammt die Stelle aber vom eigenen Haus und ist sie bekannt, sollten Sie sich darauf nicht verlassen.
Was hilft: Ursache beseitigen, bis dahin gezielt streuen. Mehr in den Ratgebern Eisflächen durch Fallrohr verhindern und Grundstück in Hanglage.
Allgemeine Glätte: Wann die Pflicht beginnt
Die Räum- und Streupflicht setzt nach der Rechtsprechung ein, wenn allgemeine Glätte herrscht. So hat es der BGH mehrfach entschieden (12.06.2012, VI ZR 138/11; 14.02.2017, VI ZR 254/16). In Essen verlangt die Satzung, Glätte zwischen 7 und 20 Uhr unverzüglich nach ihrem Entstehen zu beseitigen. Glätte, die nach 20 Uhr entsteht, muss werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr beseitigt sein.
So erkennen Sie unsichtbare Glätte
Weil man Glatteis und überfrierende Nässe kaum sieht, hilft ein kleiner Morgen-Check. Er dauert eine Minute:
- Glänzt der Gehweg, obwohl er eigentlich trocken sein müsste?
- Sind Autoscheiben vereist? Dann ist der Boden oft auch glatt.
- Zeigt das Thermometer um 0 °C oder darunter, nachdem es am Vortag nass war?
- Gibt es eine Glättewarnung des DWD für Essen?
- Rutscht die Schuhspitze, wenn Sie vorsichtig eine Stelle am Rand prüfen?
Lautet eine Antwort „ja“, streuen Sie. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Besonders an Treppen, Eingängen und Gefälle.
Wer die verschiedenen Glättearten kennt, weiß auch: Ein trockener Blick aus dem Fenster reicht nicht. Gehen Sie an kalten Morgen kurz vor die Tür, bevor Nachbarn, Schulkinder und Paketboten unterwegs sind. Und notieren Sie, wann Sie kontrolliert und gestreut haben.
Wie oft gibt es Glätte in Essen?
Schnee liegt in Essen selten lange. Laut Auswertung von DWD-Daten der Station Essen-Bredeney gab es im langjährigen Mittel rund 15 Tage mit Schneedecke pro Winter, in den letzten Jahren eher rund 10. Frost gibt es dagegen an rund 35 bis 45 Tagen im Jahr. Glätte droht in Essen also viel öfter als Schnee. Mehr Zahlen im Ratgeber Wie oft schneit es in Essen?
Genau das unterschätzen viele Eigentümer. Sie denken an Schnee und vergessen die vielen grauen Frostmorgen. Ein Winterdienst mit Saisonpauschale kommt bei jeder Glätte – nicht nur, wenn es weiß ist. Beim Winterdienst von GOTTSCHLING Immobilien kostet das 39 € netto je laufendem Meter für die ganze Saison. Streugut ist inklusive, auch bei vielen Frostmorgen.

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Häufige Fragen zu Glättearten
Welche Arten von Glätte gibt es?
Der DWD unterscheidet Schneeglätte, Reifglätte, Glatteis und Eisglätte (überfrierende Nässe). Im Alltag spricht man zusätzlich von Blitzeis. Dazu kommen einzelne Glättestellen durch Tropf- oder Abtauwasser.
Was ist der Unterschied zwischen Glatteis und Eisglätte?
Glatteis entsteht, wenn unterkühlter Regen beim Auftreffen gefriert. Eisglätte entsteht, wenn vorhandenes Wasser auf dem Boden gefriert, weil die Oberfläche abkühlt. Bei Eisglätte muss vorher kein Niederschlag fallen.
Welche Glätte ist am gefährlichsten?
Glatteis und überfrierende Nässe, weil man sie kaum sieht. Glatteis ist zudem nur sehr kurzfristig vorhersagbar.
Muss ich auch ohne Schnee streuen?
Ja, wenn Glätte entsteht. Die Streupflicht hängt an der Glätte, nicht am Schnee. In Essen droht Glätte viel öfter als eine Schneedecke.
Fazit
Die Arten von Glätte unterscheiden sich in Entstehung und Gefahr. Schneeglätte sieht man, Glatteis und überfrierende Nässe kaum. Jede Art braucht eine passende Maßnahme: früh räumen, vorbeugend streuen, nachstreuen oder die Ursache beseitigen. In Essen droht Glätte viel öfter als Schnee – planen Sie Ihren Winterdienst entsprechend. Weitere Anleitungen finden Sie in allen Ratgebern zum Winterdienst. Berechnen Sie jetzt Ihren Festpreis.