Überfrierende Nässe: Die unsichtbare Gefahr am Morgen

Den ganzen Tag hat es genieselt, fünf Grad plus. Kein Gedanke an Winter. Doch nach Sonnenuntergang fällt das Thermometer. Um 21 Uhr glänzt der Gehweg – nicht nass, sondern gefroren.

Überfrierende Nässe ist Glätte, die entsteht, wenn Wasser auf Wegen und Straßen gefriert, weil der Boden unter 0 °C abkühlt. Das Wasser stammt aus Regen, Nebel oder Schmelzwasser, das tagsüber liegen geblieben ist. Der Deutsche Wetterdienst nennt überfrierende Nässe „besonders tückisch“, weil man nicht mit ihr rechnet und vorher kein Niederschlag fallen muss.

Überfrierende Nässe: glatter Gehweg am frühen Morgen

Wie überfrierende Nässe entsteht

Der Ablauf ist fast immer gleich. Tagsüber ist es feucht und mild. Wege sind nass von Regen, Nebel oder Tauwetter. Am Abend oder in der Nacht klart der Himmel auf. Der Boden strahlt Wärme ab und kühlt stark aus. Sinkt seine Temperatur unter 0 °C, gefriert das Wasser darauf.

Die Luft kann dabei noch über null sein. Entscheidend ist die Temperatur am Boden. Deshalb ist der Begriff Bodenfrost so wichtig. Fachlich zählt der DWD überfrierende Nässe zur Eisglätte. Mehr dazu im Eintrag Eisglätte und im DWD-Wetterlexikon.

Die 4 Warnzeichen

Diese Glätte kündigt sich an, wenn man weiß, worauf man achten muss:

  • Nasse Wege am Abend und sinkende Temperaturen
  • Klarer Himmel in der Nacht nach einem trüben, feuchten Tag
  • Temperaturen um 0 bis 3 °C in der Vorhersage
  • Tauwetter am Tag, Frost in der Nacht

Besonders gefährdet sind Brücken, Treppen, Stellen im Schatten und Flächen, auf die Wasser aus Fallrohren läuft. Eine Sonderform ist die Kondensat-Glätte unter Wärmepumpen und Klimageräten.

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Müssen Sie auch ohne Schnee streuen?

Ja. Viele Eigentümer denken, der Winterdienst beginne erst mit Schnee. Das ist ein teurer Irrtum. Die Essener Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung spricht ausdrücklich von „entstandener Glätte“. Sie müssen sie beseitigen – egal, woher sie kommt.

Die Zeiten sind dieselben wie bei Schnee. Glätte, die zwischen 7 und 20 Uhr entsteht, müssen Sie unverzüglich beseitigen. Entsteht sie nach 20 Uhr, muss der Gehweg werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr gestreut sein. Diese Frage beantwortet auch der Beitrag Muss ich streuen, obwohl es nicht geschneit hat?

Gehweg streuen: Winterdienst-Mitarbeiter streut Granulat auf den geräumten Bürgersteig in Essen

Streuen auch bei Plusgraden?

Die Lufttemperatur täuscht. Bei drei Grad plus in zwei Metern Höhe kann der Boden längst gefroren sein. Wer nur aufs Thermometer schaut, übersieht die Gefahr. Achten Sie auf den Weg selbst. Glänzt er? Knirscht es beim Gehen? Ist das Auto überfroren? Dann ist es auch der Gehweg. Mehr dazu erklärt die Frage Muss ich auch bei Plusgraden streuen?

Achtung: Gefrorene Nässe ist oft allgemeine Glätte: Alle nassen Flächen frieren gleichzeitig. Dann greift die Streupflicht voll.

Was gegen gefrorene Nässe hilft

Abstumpfendes Streugut wie Splitt oder Granulat gibt Halt. Auf dünnem Eis greift es gut, weil es sich leicht in die Oberfläche drückt. Salz ist auf Gehwegen in Essen grundsätzlich verboten. Vorbeugend hilft, Wasser gar nicht erst stehen zu lassen: Pfützen abziehen, Fallrohre umleiten, Rinnen freihalten.

Abstumpfendes Streugut aus Granulat auf einem verschneiten Gehweg

Typische Orte in Essen

Überall, wo Wasser stehen bleibt, droht Gefahr. In Essen sind das oft Hauseingänge mit Natursteinstufen in älteren Mehrfamilienhäusern, gepflasterte Höfe ohne Gefälle und Wege unter Bäumen, die tagsüber tropfen. Auch Einfahrten, auf denen Autos Schneematsch hinterlassen haben, frieren schnell. Wer diese Stellen kennt, kann sie gezielt zuerst streuen.

Wenn Sie abends nicht da sind

Gerade abends wird es kritisch. Die Glätte entsteht oft nach 20 Uhr. Dann muss der Gehweg am nächsten Morgen um 7 Uhr gesichert sein – sonntags um 8 Uhr. Wer früh zur Arbeit fährt, müsste noch früher raus. Ein Winterdienst mit Bereitschaft nimmt Ihnen genau diese Stunden ab. Ob Sie nachts selbst raus müssen, klärt die Frage Muss ich nachts streuen, wenn es glatt wird?

Häufige Fragen zu überfrierender Nässe

Was ist überfrierende Nässe?

Glätte, die entsteht, wenn Wasser auf Wegen gefriert, weil der Boden unter 0 °C abkühlt.

Muss ich dann streuen?

Ja. Die Essener Satzung verlangt, entstandene Glätte zu beseitigen – auch ohne Schnee.

Warum ist es glatt, obwohl es über null Grad ist?

Weil der Boden kälter sein kann als die Luft. Entscheidend ist die Temperatur am Boden.

Wann tritt diese Glätte meist auf?

Abends und in den frühen Morgenstunden, oft nach einem feuchten, milden Tag.

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Fazit

Überfrierende Nässe macht Wege glatt, ganz ohne Schnee. Sie entsteht, wenn nasser Boden unter 0 °C abkühlt – oft abends oder morgens, oft bei Plusgraden in der Luft. In Essen müssen Sie auch diese Glätte beseitigen. Weitere Glättearten erklärt das Winterdienst-Lexikon. Mehr Hintergrund liefert der Ratgeber Die 6 gefährlichsten Arten von Glätte. Wer die Abendkontrolle abgeben will, fordert jetzt ein kostenloses Angebot an.