Muss ich auch bei Plusgraden streuen?

Das Thermometer am Küchenfenster zeigt plus 2 Grad. Kein Grund zur Sorge, denken Sie. Dann rutscht der Postbote auf Ihrem Gehweg aus.

Streuen bei Plusgraden – muss das sein? Ja, wenn der Gehweg trotzdem glatt ist. Die Lufttemperatur sagt wenig über den Boden. Nach einer kalten Nacht kann der Boden noch gefroren sein, auch wenn die Luft schon über null liegt. Fällt dann Regen oder schmilzt Reif, gefriert das Wasser auf dem Weg. Die Pflicht hängt an der Glätte, nicht am Thermometer.

Streuen bei Plusgraden: vereister Gehweg trotz milder Luft in Essen

Luft und Boden: zwei Temperaturen

Die Wetterstation misst die Luft in etwa zwei Metern Höhe. Der Gehweg liegt darunter. Nach einer klaren Frostnacht hat er viel Kälte gespeichert. Er braucht Stunden, um sich zu erwärmen.

Deshalb kann die Luft plus 2 Grad haben und der Boden noch minus 1 Grad. Regen, der auf diesen Boden fällt, gefriert sofort. Das Lexikon erklärt den Bodenfrost genauer.

Plusgrade, aber glatt? Der Winterdienst streut

Ihr Gehweg ist sicher, auch wenn das Thermometer täuscht.

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Streuen bei Plusgraden: drei typische Wetterlagen

Vereiste Treppe im Schatten

1. Regen nach einer Frostnacht

Warme Luft zieht heran, es beginnt zu regnen. Der Boden ist aber noch gefroren. Der Regen friert fest. Das ist oft der gefährlichste Fall.

2. Tauwetter am Tag, klare Nacht

Tagsüber schmilzt der Schnee oder Reif, Wasser läuft über den Gehweg. Abends sinkt die Bodentemperatur unter null. Das Wasser gefriert zu einer glatten Schicht: überfrierende Nässe.

3. Schattenlagen

Unter Bäumen, an Nordseiten und zwischen hohen Häusern bleibt der Boden länger kalt. Hier hält sich Glätte, auch wenn der Rest der Straße längst trocken ist.

Warum das in Essen so häufig ist

Das Ruhrgebiet hat milde Winter. Die Temperatur liegt oft knapp über oder unter null. Genau in diesem Bereich entsteht die meiste Glätte. Fachleute sprechen vom Frost-Tau-Wechsel. Laut Auswertung von Daten des Deutschen Wetterdienstes gibt es an der Station Essen-Bredeney rund 35 bis 45 Frosttage im Jahr.

In Stadtteilen mit Hanglage kommt Gefälle dazu. Wie Sie dort vorgehen, zeigt der Ratgeber Winterdienst in Hanglage.

Was die Satzung verlangt

Streugut für glatte Gehwege

Die Essener Winterdienstsatzung verlangt, dass Glätte unverzüglich nach ihrem Entstehen beseitigt wird – zwischen 7 und 20 Uhr. Glätte nach 20 Uhr muss werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr beseitigt sein. Eine Temperaturgrenze kennt die Satzung nicht.

Achtung: „Es waren doch Plusgrade“ ist nach einem Sturz keine Ausrede. Wenn der Gehweg glatt war und allgemeine Glätte herrschte, bestand die Pflicht zu streuen.

So erkennen Sie Bodenfrost

  • Pfützen oder Rinnsteine haben eine Eisschicht
  • Das Autodach ist morgens noch weiß oder vereist
  • Rasenflächen sind steif und knirschen
  • Der Wetterbericht warnt vor Glätte trotz Plusgraden
  • Der Gehweg glänzt dunkel, obwohl er trocken sein müsste

Eine einfache Methode ist der Schuhtest: Reiben Sie mit der Sohle über den Gehweg. Rutscht es, streuen Sie. Wie Sie Warnungen des Wetterdienstes nutzen, zeigt der Ratgeber Glättewarnungen richtig nutzen. Weitere kurze Antworten finden Sie unter Fragen zum Winterdienst in Essen.

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Richtig streuen bei Glätte über null

Abstumpfende Mittel wie Splitt oder Granulat wirken unabhängig von der Temperatur. Sie machen die Oberfläche griffig. Salz ist auf Gehwegen in Essen grundsätzlich verboten. Mehr zu Glätte ohne Schnee unter Muss ich streuen, obwohl es nicht geschneit hat? und im Lexikon unter überfrierende Nässe.

Der Winterdienst schaut auf den Boden, nicht aufs Thermometer

Der Winterdienst von GOTTSCHLING Immobilien streut, wenn Glätte entsteht – auch bei Plusgraden. Sie zahlen einen festen Saisonpreis von 39 Euro netto je laufendem Meter. Für 20 Meter sind das 780 Euro netto, also 928,20 Euro brutto. Das Streugut ist im Preis enthalten.

Jeder Einsatz wird dokumentiert. Das hilft, wenn später jemand behauptet, es sei nicht gestreut worden.

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Häufige Fragen

Muss ich bei Plusgraden streuen?

Ja, wenn der Gehweg glatt ist. Die Pflicht hängt an der Glätte, nicht an der Lufttemperatur.

Kann es bei 3 Grad glatt sein?

Ja. Der Boden kann nach einer kalten Nacht noch gefroren sein. Regen gefriert dann sofort.

Was ist Bodenfrost?

Frost am Boden, während die Luft darüber schon wärmer ist. Er ist oft die Ursache für Glätte bei Plusgraden.

Wirkt Streugut auch bei Plusgraden?

Abstumpfendes Streugut wirkt unabhängig von der Temperatur, weil es die Oberfläche griffig macht.

Fazit

Streuen bei Plusgraden ist Pflicht, wenn der Boden gefroren und der Gehweg glatt ist. Das Thermometer am Fenster täuscht oft. Besonders morgens, nach Regen und in Schattenlagen ist Vorsicht geboten. Berechnen Sie jetzt Ihren Festpreis und überlassen Sie den Blick auf den Boden dem Winterdienst.