Frost-Tau-Wechsel: Warum Glätte immer wiederkommt

Montag Schnee, Dienstag Tauwetter, Mittwoch Glatteis, Donnerstag Regen, Freitag wieder Frost. Kennen Sie solche Wochen? Im Ruhrgebiet sind sie im Winter eher die Regel als die Ausnahme.

Frost-Tau-Wechsel bezeichnet den wiederholten Wechsel zwischen Temperaturen unter und über 0 °C. Tagsüber taut es, nachts friert es wieder – oder umgekehrt über mehrere Tage. Jeder Frost-Tau-Wechsel lässt Schmelzwasser neu gefrieren und erzeugt so immer wieder Glätte. Zugleich belastet er Pflaster, Beton und Naturstein, weil gefrierendes Wasser sich ausdehnt.

Frost-Tau-Wechsel: vereister Gehweg nach Tauwetter

Warum Essen so viele Wechsel hat

Das Ruhrgebiet hat ein mildes, feuchtes Klima. Richtig lange Frostperioden sind selten. Die Temperaturen pendeln im Winter oft um den Gefrierpunkt. Die Mitteltemperatur in Essen liegt im Januar bei etwa 3 °C. Gleichzeitig gibt es im Mittel rund 45 Frosttage im Jahr. Beides zusammen bedeutet: Es friert oft, aber selten lange. Kaum ist der Boden gefroren, kommt milde Luft vom Atlantik. Kaum ist alles getaut, klart es nachts wieder auf. Genau das ist der Stoff, aus dem Frost-Tau-Wechsel gemacht sind. Dazu kommt Bodenfrost: Der Boden kann gefrieren, obwohl die Luft schon über 0 °C hat.

Folge 1: Glätte kommt immer wieder

Beim Tauen entsteht Wasser. Es läuft über Wege, sammelt sich in Mulden, tropft von Dächern. Friert es wieder, entsteht Eisglätte. Das kann sich in einer Woche mehrmals wiederholen. Für Sie heißt das: Die Streupflicht beginnt jedes Mal neu. Die Essener Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung verlangt, entstandene Glätte „jeweils“ unverzüglich zu beseitigen – also jedes Mal neu.

  • Nach jedem Tauwetter prüfen, wo Wasser steht
  • Abends kontrollieren, ob es friert
  • Nachts entstandene Glätte werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr beseitigen
  • Streugut nach dem endgültigen Tauwetter entfernen

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Folge 2: Schäden an Pflaster und Beton

Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. Dringt es in Fugen, Risse oder Poren, sprengt das Eis das Material Stück für Stück. Nach dem Tauen dringt neues Wasser tiefer ein. Beim nächsten Frost geht es weiter. So entstehen Frostschäden: lose Pflastersteine, abplatzender Beton, bröckelnde Stufen.

Salz verschlimmert das. Salzwasser dringt in die Poren ein und greift Beton, Ziegel und Naturstein zusätzlich an. Mehr dazu erklärt der Eintrag Salzschäden. Auf Gehwegen ist Salz in Essen ohnehin grundsätzlich verboten.

Vereiste Außentreppe mit Handlauf vor einem Wohnhaus – Rutschgefahr im Winter

Folge 3: Neue Stolperfallen

Frostschäden sind nicht nur ein Kostenthema. Ein lockerer Pflasterstein oder eine abgeplatzte Stufenkante ist eine Stolperfalle – das ganze Jahr. Auch dafür können Sie über die Verkehrssicherungspflicht haften. Prüfen Sie Ihre Wege deshalb nach dem Winter. Lassen Sie Schäden reparieren, bevor jemand stürzt.

Achtung: Unebenheiten nach dem Winter sind gefährlich, weil niemand mit ihnen rechnet. Ein Rundgang im Frühjahr lohnt sich.

Was Sie gegen die Folgen tun können

Gegen das Wetter hilft nichts. Gegen die Folgen des Frost-Tau-Wechsels schon, und oft mit wenig Aufwand. Leiten Sie Schmelzwasser gezielt ab. Lagern Sie Schnee nicht oberhalb von Wegen. Streuen Sie abstumpfend statt mit Salz. Halten Sie Fugen dicht und reparieren Sie Risse im Herbst. Welche Streumittel Pflaster und Naturstein schonen, zeigt der Ratgeber Streugut auf Naturstein, Pflaster und Treppen.

Abstumpfendes Streugut aus Granulat auf einem verschneiten Gehweg

Typische Schwachstellen am Haus

Besonders anfällig sind Außentreppen aus Beton oder Naturstein, alte Pflasterflächen mit offenen Fugen und Randsteine am Gehweg. Auch Mauerabdeckungen und Sockel leiden, wenn Schmelzwasser mit Salz vom Gehweg dagegen spritzt. Ein Blick im Herbst zeigt, wo Wasser eindringen kann. Kleine Reparaturen vor dem Winter verhindern große Schäden im Frühjahr.

Frost-Tau-Wechsel und Ihre Planung

Viele Eigentümer planen den Winter nach Schnee. Doch in Essen sind es die vielen kleinen Frostnächte nach Tauwetter, die Arbeit machen. Ein Preis pro Einsatz wird in solchen Wintern schnell unberechenbar. Ein fester Saisonpreis bleibt gleich – egal, wie oft das Wetter wechselt. Einen Fahrplan für den Winter liefert der Ratgeber Der Winterdienst-Kalender.

Häufige Fragen

Was ist ein Frost-Tau-Wechsel?

Der Wechsel zwischen Frost und Tauwetter. Tagsüber taut es, nachts friert es wieder.

Warum ist der Wechsel für Eigentümer wichtig?

Weil jedes Mal neue Glätte entstehen kann – und damit die Streupflicht neu beginnt.

Schadet der Wechsel meinem Pflaster?

Ja. Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und kann Fugen, Steine und Beton beschädigen.

Macht Salz es besser oder schlechter?

Eher schlechter. Salz greift Beton und Naturstein an und ist auf Essener Gehwegen grundsätzlich verboten.

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Fazit

Frost-Tau-Wechsel sind im Essener Winter an der Tagesordnung. Sie lassen Glätte immer wieder entstehen und schaden Pflaster und Beton. Prüfen Sie Ihre Wege nach Tauwetter, streuen Sie abstumpfend und reparieren Sie Schäden rechtzeitig. Weitere Wetterbegriffe erklärt das Winterdienst-Lexikon. Mehr zum Angebot beim Winterdienst in Essen.