Eisglätte: Wenn Tauwasser gefriert

Endlich Tauwetter. Der Schnee schmilzt, überall tropft und gluckert es. Sie atmen auf – der Winter scheint vorbei. Doch am nächsten Morgen ist der Gehweg glatter als je zuvor.

Eisglätte ist Glätte durch gefrorenes Wasser auf Wegen und Straßen. Das Wasser stammt meist aus geschmolzenem Schnee oder aus Regen. Kühlt die Oberfläche nachts oder durch kalte Luft unter 0 °C ab (siehe auch Bodenfrost), gefriert es zu einer glatten Eisschicht. Der Deutsche Wetterdienst nennt diese Glättart auch „überfrierende Nässe“ und warnt, sie sei besonders tückisch, weil man nicht damit rechnet.

Eisglätte nach Tauwetter auf einem Gehweg

Wie Eisglätte entsteht

Der Ablauf folgt oft einem Muster. Tagsüber steigen die Temperaturen über null. Schnee an Rändern, auf Dächern und in Schneehaufen schmilzt. Das Wasser läuft über Wege, sammelt sich in Mulden und Pfützen. Nachts klart der Himmel auf, die Temperatur fällt. Das Wasser gefriert – oft genau dort, wo morgens Menschen gehen.

Weil das Wasser flächig verteilt ist, entsteht eine glatte, oft sehr dünne Eisschicht. Anders als bei Schnee sieht man sie kaum. Das DWD-Wetterlexikon zur Glätte beschreibt diesen Vorgang. Für die Variante ohne vorheriges Tauwetter gibt es den Eintrag Überfrierende Nässe.

4 Stellen, die Sie prüfen müssen

Eisglätte tritt dort auf, wo Wasser hinläuft und liegen bleibt:

  • Unter Fallrohren und Dachrinnen, die Schmelzwasser vom Dach ableiten
  • Am Fuß von Schneehaufen, die tagsüber tauen
  • In Senken und Mulden im Pflaster
  • An Stellen im Schatten, die tagsüber nicht abtrocknen

Das Tückische: Oft ist der Rest des Weges trocken. Nur diese Stellen sind glatt. Wer sie kennt, kann gezielt streuen.

Tauwetter tagsüber, Eis in der Nacht? Abgedeckt.

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Warum Tauwetter gefährlicher sein kann als Schnee

Bei Schnee ist allen klar: Vorsicht, es ist Winter. Bei Tauwetter lässt die Aufmerksamkeit nach. Fußgänger gehen schneller, tragen leichtere Schuhe. Eigentümer denken, sie seien für diesmal durch. Und dann friert es über Nacht. Dieser Wechsel wiederholt sich oft mehrmals pro Winter. Der Eintrag Frost-Tau-Wechsel erklärt, warum das so ist. Alle Glättearten im Vergleich zeigt der Ratgeber Die 6 gefährlichsten Arten von Glätte.

Achtung: Nach Tauwetter endet die Streupflicht nicht. Solange es nachts friert und Wasser auf den Wegen steht, kann jeden Morgen neue Glätte entstehen.

Hauseingang eines Mehrfamilienhauses mit verschneitem Zuweg und Stufen

Was Sie tun müssen

Die Essener Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung verlangt, entstandene Glätte zu beseitigen. Entsteht die Eisschicht zwischen 7 und 20 Uhr, streuen Sie unverzüglich. Entsteht sie nachts, muss der Gehweg werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr gesichert sein.

Gestreut wird mit abstumpfenden Mitteln wie Splitt oder Granulat. Salz ist auf Gehwegen grundsätzlich verboten. Wichtig ist auch die Nachkontrolle: Am Abend nach einem Tauwetter-Tag sollten Sie einen Blick auf die typischen Stellen werfen.

Vorbeugen ist einfacher als streuen

Viel Eisglätte lässt sich verhindern. Leiten Sie Fallrohre so um, dass kein Wasser über Wege läuft. Lagern Sie Schnee nicht oberhalb von Wegen, sondern so, dass sein Schmelzwasser in Beete oder Abläufe fließt. Halten Sie Gullys frei, damit Wasser abfließen kann. Die Satzung verlangt das ohnehin. Wie Sie Eis unter Fallrohren vermeiden, zeigt der Ratgeber Eisflächen durch Fallrohr und Tropfwasser verhindern.

Roter Hydrant im Schnee am Rand eines geräumten Gehwegs

Ein typischer Ablauf im Essener Winter

Es schneit über Nacht. Sie räumen morgens den Gehweg, der Schnee landet am Rand. Tagsüber scheint die Sonne, der Schneewall taut. Das Wasser läuft quer über den frisch geräumten Weg. Abends sinkt die Temperatur, und am nächsten Morgen liegt dort eine glatte Eisspur. Genau diese Spur ist der klassische Ort für einen Sturz. Kontrollieren Sie deshalb nach jedem Tauwetter-Tag die Stellen unterhalb Ihrer Schneehaufen.

Eisglätte und Haftung

Ist nur eine einzelne Stelle vereist, spricht man von Einzelglätte. Dann besteht nach dem BGH nicht automatisch eine Streupflicht. Haben Sie die Stelle aber selbst verursacht – etwa durch ein Fallrohr, das Wasser auf den Weg leitet –, sichern Sie sie besser trotzdem. Liegt die Eisschicht flächig, besteht allgemeine Glätte und die Streupflicht greift voll.

Häufige Fragen zu Eisglätte

Was ist Eisglätte?

Glätte durch gefrorenes Schmelz- oder Regenwasser auf Wegen, typisch nach Tauwetter.

Muss ich nach Tauwetter weiter streuen?

Ja, solange es nachts friert und neue Glätte entsteht.

Wo tritt Eisglätte besonders auf?

Unter Fallrohren, am Fuß von Schneehaufen, in Mulden und an schattigen Stellen.

Was hilft gegen Eisglätte?

Abstumpfendes Streugut und vorbeugend: Wasser gezielt ableiten.

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Fazit

Eisglätte entsteht, wenn Wasser nach Tauwetter oder Regen auf Wegen gefriert. Sie ist dünn, kaum sichtbar und oft stellenweise. Kennen Sie Ihre Problemstellen und streuen Sie gezielt nach. Wer Wasser richtig ableitet, verhindert viel Eis schon im Voraus. Weitere Glättearten erklärt das Winterdienst-Lexikon. Mehr zum Angebot beim Winterdienst in Essen.