Muss ich streuen, obwohl es gar nicht geschneit hat?

Kein Schnee weit und breit. Der Gehweg glänzt nur ein bisschen, als wäre er nass. Sie gehen zum Briefkasten – und liegen plötzlich auf dem Rücken.

Gibt es eine Streupflicht ohne Schnee? Ja. Die Essener Satzung spricht immer von „Schnee und/oder Glätte“. Glatteis, Reifglätte und überfrierende Nässe lösen die Pflicht genauso aus wie eine Schneedecke. In Essen ist Glätte ohne Schnee sogar der häufigere Fall: Frost gibt es an deutlich mehr Tagen als eine geschlossene Schneedecke.

Streupflicht ohne Schnee: glänzender, vereister Gehweg in Essen

Was die Satzung sagt

§ 4 Abs. 2 der Essener Winterdienstsatzung regelt Schnee „und/oder entstandene Glätte“ gemeinsam. Tagsüber beseitigen Sie Glätte unverzüglich nach ihrem Entstehen. Glätte nach 20 Uhr muss werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr beseitigt sein.

Ob die Glätte aus Schnee, Regen oder Tau entsteht, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass der Gehweg glatt ist.

Glätte ohne Schnee? Der Winterdienst streut trotzdem

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Die drei tückischen Glättearten

Früher Morgen mit überfrierender Nässe

Der Deutsche Wetterdienst unterscheidet mehrere Arten von Glätte. Drei davon kommen ohne Schnee aus:

  • Glatteis: Unterkühlter Regen oder Sprühregen gefriert beim Auftreffen auf den Boden. Zählt zu den gefährlichsten Arten und ist nur kurzfristig vorhersagbar.
  • Überfrierende Nässe (Eisglätte): Wasser auf dem Weg gefriert, weil der Boden nachts unter 0 °C abkühlt. Der DWD nennt sie „besonders tückisch“, weil vorher kein Niederschlag fallen muss.
  • Reifglätte: Reif wird durch Gehen zusammengepresst und friert glatt. Tritt oft stellenweise auf, etwa unter Bäumen oder auf Brücken.

Alle Glättearten im Vergleich zeigt der Ratgeber Arten von Glätte.

Streupflicht ohne Schnee: warum sie in Essen so oft greift

Laut Auswertung von Daten des Deutschen Wetterdienstes für die Station Essen-Bredeney liegt an nur rund 10 bis 15 Tagen im Winter eine Schneedecke. Frosttage gibt es dagegen etwa 35 bis 45 im Jahr. Jeder Frosttag nach Regen oder Tauwetter kann morgens einen glatten Gehweg bedeuten.

Das Ruhrgebiet hat ein mildes, feuchtes Klima. Die Temperatur schwankt oft um den Gefrierpunkt. Genau diese Wechsel machen Glätte ohne Schnee so häufig.

Woran Sie Glätte ohne Schnee erkennen

Streuen bei Glätte ohne Schnee
  • Der Gehweg glänzt, obwohl es nicht geregnet hat
  • Das Autodach oder die Windschutzscheibe ist vereist
  • Pfützen haben eine dünne Eisschicht
  • Treppenstufen fühlen sich unter dem Schuh rutschig an
  • Der Wetterbericht meldet Frost nach Regen oder Nebel

Machen Sie an Frostmorgen den Schuhtest vor der Haustür. Wer nur nach Schnee schaut, übersieht die Gefahr. Das Lexikon erklärt überfrierende Nässe genauer.

Die Grenze: einzelne glatte Stellen

Zivilrechtlich setzt die Streupflicht „allgemeine Glätte“ voraus. Eine einzelne vereiste Pfütze auf einem sonst trockenen Gehweg reicht nicht (BGH, 14.02.2017, VI ZR 254/16). Das hilft aber nur, wenn wirklich nur eine Stelle betroffen ist.

Achtung: Überfrierende Nässe betrifft meist den ganzen Gehweg auf einmal. Wer glaubt, „ist ja nur ein bisschen feucht“, riskiert einen Sturz – und die Haftung dafür.

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Was Sie bei Glätte ohne Schnee tun

Räumen müssen Sie nichts, streuen schon. Nutzen Sie abstumpfendes Streugut wie Splitt oder Granulat. Salz ist in Essen auf Gehwegen grundsätzlich verboten. Nur bei außergewöhnlichem Wetter wie Eisregen oder an gefährlichen Stellen ist es erlaubt, und nie an Gehwegen mit Bäumen oder Grün.

Mehr zum Streugut unter Darf ich in Essen Salz streuen? Was bei Plusgraden gilt, lesen Sie unter Muss ich auch bei Plusgraden streuen?

Glätte früh erkennen lassen

Glätte ohne Schnee entsteht oft in den frühen Morgenstunden. Wer bis 7 Uhr gestreut haben muss, braucht schon um 5 Uhr einen Blick aufs Wetter. Der Winterdienst von GOTTSCHLING Immobilien fährt bei Glätte genauso aus wie bei Schnee.

Der Preis bleibt fest: 39 Euro netto je laufendem Meter pro Saison. Für 15 Meter sind das 585 Euro netto. Glätteeinsätze kosten keinen Cent extra. Auch Streugut und Anfahrt sind inklusive. Alle Beispiele stehen auf der Seite Winterdienst-Preise in Essen. Weitere kurze Antworten finden Sie in der Übersicht aller Fragen zum Winterdienst.

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Häufige Fragen

Muss ich streuen, wenn es nicht geschneit hat?

Ja, wenn der Gehweg glatt ist. Die Essener Satzung nennt Schnee und Glätte gemeinsam.

Was ist überfrierende Nässe?

Feuchtigkeit auf dem Weg gefriert, weil der Boden unter 0 °C abkühlt. Sie ist kaum zu sehen und deshalb besonders gefährlich.

Muss ich wegen einer einzelnen vereisten Pfütze streuen?

Zivilrechtlich nicht, wenn der Rest des Weges trocken ist. Die Pflicht setzt allgemeine Glätte voraus.

Womit streue ich bei Glatteis?

Mit abstumpfendem Streugut wie Splitt oder Granulat. Salz nur in den engen Ausnahmen der Satzung.

Fazit

Die Streupflicht ohne Schnee ist in Essen Alltag. Glatteis, Reif und überfrierende Nässe lösen sie genauso aus wie Neuschnee – und kommen hier sogar häufiger vor. Wer an Frostmorgen nicht selbst prüfen will, berechnet jetzt seinen Festpreis für die ganze Saison.