Streusand: Das einfachste Streugut

Ein Eimer Sand aus dem Sandkasten der Kinder, schnell auf den vereisten Weg gekippt – fertig. So hat man es früher oft gemacht. Und ganz falsch ist das auch heute nicht.

Streusand ist feiner oder grober Sand, der als abstumpfendes Streugut gegen Glätte eingesetzt wird. Die Körner erhöhen die Reibung auf Eis und Schnee, ohne sie zu schmelzen. Streusand ist günstig, fast überall erhältlich und in Essen auf Gehwegen ausdrücklich erlaubt – bietet aber weniger Halt als kantige Mittel wie Splitt oder Granulat.

Streusand wird auf einem vereisten Gehweg verteilt

Was Streusand ist

Sand besteht aus kleinen, meist rundlich abgeschliffenen Mineralkörnern. Für den Winterdienst wird oft ein etwas gröberer, gewaschener Sand verkauft. Er ist trocken, rieselfähig und lässt sich gut streuen. Manchmal ist er mit anderen Stoffen gemischt. Prüfen Sie deshalb die Angaben auf dem Sack: Enthält er Salz, dürfen Sie ihn in Essen nicht auf den Gehweg streuen.

Sand gehört zu den abstumpfenden Streumitteln. Die Essener Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung nennt ihn in § 4 Abs. 1 als erstes Beispiel für zulässiges Streugut.

3 Stärken

Der größte Vorteil ist der Preis. Sand ist eines der günstigsten Streumittel überhaupt. Zweitens die Verfügbarkeit: Baumärkte, Baustoffhändler und Gartencenter haben ihn fast immer. Drittens ist er salzfrei und damit schonend für Bäume, Böden und Tiere.

  • Günstig in der Anschaffung
  • Überall erhältlich
  • Salzfrei und in Essen erlaubt

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3 Schwächen

Die runden Körner rollen leichter weg und verhaken sich schlechter als kantiger Splitt. Auf glattem Eis ist der Halt deshalb geringer. Ein Fachartikel beschreibt die nachweisbare Sicherheitswirkung von Sand sogar als gering – das ist allerdings eine Einzelquelle. Zweitens wird Sand bei Nässe schnell zu Matsch, der wieder gefriert. Drittens verstopft er Gullys und Abläufe, wenn er nach dem Winter liegen bleibt.

  • Weniger griffig als Splitt oder Granulat
  • Wird bei Nässe matschig
  • Verstopft Abläufe, wenn er liegen bleibt
Spiegelglatter Gehweg mit Glatteis in einer Wohnstraße in Essen

Wann Streusand reicht – und wann nicht

Für leichte Glätte, dünnen Reif und ebene Flächen reicht Sand oft aus. Auf Treppen, Rampen und Gefälle ist ein kantiges Mittel die bessere Wahl. Auch auf festgetretenem Schnee greift Splitt oder Granulat deutlich besser. Wer nur ein Mittel im Haus haben will, fährt mit Splitt oder Lavagranulat meist sicherer.

Bei anhaltendem Eisregen versagen alle abstumpfenden Mittel irgendwann. Dann erlaubt die Essener Satzung ausnahmsweise Salz, wenn abstumpfende Mittel allein nicht reichen – nie aber an Bäumen oder Grün.

Nach der Glätte: Sand muss weg

Die Satzung verlangt in § 4 Abs. 9, das abstumpfende Streugut nach Ende der Glätte zu beseitigen. Gerade bei Sand ist das wichtig. Er wird mit dem Schmelzwasser in die Gullys gespült. Die Stadt verlangt ohnehin, dass Einläufe in Entwässerungsanlagen frei bleiben (§ 4 Abs. 7). Kehren Sie den Sand zusammen und geben Sie ihn laut Stadt Essen in die Restmülltonne.

Achtung: Liegen gelassenes Streugut kann ein Bußgeld kosten. Bei Fahrlässigkeit bis 500 €, bei Vorsatz bis 1.000 €.

Geräumter und gestreuter Gehweg vor Backstein-Reihenhäusern in Essen nach Schneefall

Streusand richtig lagern

Sand zieht Feuchtigkeit. Liegt der Sack offen im Garten, wird der Inhalt nass und friert zu einem Block. Dann können Sie im Ernstfall nicht streuen. Lagern Sie Sand deshalb trocken, am besten in einem verschlossenen Streugutbehälter nahe am Eingang. Eine kleine Schaufel oder ein Becher gehört gleich dazu. So sind Sie an einem glatten Morgen in zwei Minuten fertig.

Wie viel Sie brauchen

Eine feste Menge gibt es nicht. Für Splitt nennen Fachartikel rund 100 bis 150 Gramm je Quadratmeter. Bei Sand brauchen Sie wegen der geringeren Griffigkeit eher mehr und müssen öfter nachstreuen. Planen Sie lieber großzügig. Einen Überblick über alle Mittel gibt der Ratgeber Streugut im Vergleich.

Häufige Fragen zu Streusand

Ist Streusand in Essen erlaubt?

Ja. Die Satzung nennt Sand ausdrücklich als abstumpfendes Mittel für Gehwege.

Ist Sand so gut wie Splitt?

Nein. Die runden Körner geben weniger Halt als kantiger Splitt oder Granulat.

Darf ich Sand mit Salz mischen?

Auf Gehwegen in Essen grundsätzlich nicht. Salz ist dort verboten, außer in engen Ausnahmen.

Muss ich den Sand nach dem Tauwetter wegkehren?

Ja. Die Satzung verlangt, Streugut nach Ende der Glätte zu beseitigen. Mit dem Pluspaket des Winterdienstes wird es nach Saisonende für Sie entfernt.

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Fazit

Streusand ist günstig, überall erhältlich und in Essen erlaubt. Er gibt aber weniger Halt als Splitt oder Granulat und verstopft Abläufe, wenn er liegen bleibt. Für leichte Glätte reicht er, für Treppen und Gefälle nicht. Weitere Streumittel erklärt das Winterdienst-Lexikon. Wer Räumen und Streuen abgeben will, findet alles beim Winterdienst in Essen.