Der Sack stand noch im Keller, vom letzten Winter. „Hilft doch am besten“, denken viele und streuen munter los. In Essen ist das auf dem Gehweg aber keine gute Idee – weder für die Bäume noch für Ihren Geldbeutel.
Streusalz ist ein auftauendes Streumittel, das meist aus Natriumchlorid besteht, also im Kern Kochsalz. Es senkt den Gefrierpunkt von Wasser und bringt so Eis und Schnee zum Schmelzen. Streusalz ist das am weitesten verbreitete Taumittel – doch auf Gehwegen in Essen ist seine Verwendung grundsätzlich verboten.

Wie Streusalz wirkt
Salz löst sich in Wasser. Das Salzwasser gefriert erst bei deutlich tieferen Temperaturen als reines Wasser. Streut man Salz auf Eis, bildet sich an der Oberfläche Salzlösung. Das Eis schmilzt von oben. Bei mäßigem Frost funktioniert das gut. Bei starker Kälte lässt die Wirkung nach. Dann kommen andere Mittel wie Calciumchlorid zum Einsatz, die in Essen aber ebenso unter das Verbot fallen.
4 Gründe für das Verbot
Das Umweltbundesamt beschreibt die Folgen von Salz deutlich. In der Übersicht des Umweltbundesamts heißt es sinngemäß:
- Bäume: Salz lässt Feinwurzeln absterben, führt zu braunen Blatträndern und vorzeitigem Laubfall
- Böden und Wasser: Salz gelangt in Böden und Gewässer
- Bauwerke: Salz greift die Bewehrung im Beton und Ziegel an
- Tiere: Salz führt zu Entzündungen an Hundepfoten
Essen ist eine grüne Stadt mit vielen Straßenbäumen. Das Verbot schützt sie – und damit auch das Stadtbild, das viele Eigentümer an ihrem Viertel schätzen. Mehr zu den Schäden erklärt der Eintrag Salzschäden.
Kein Salz, trotzdem sicher
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Was die Essener Satzung sagt
Die Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung regelt in § 4 Abs. 3: Die Verwendung von Salz und anderen auftauenden Stoffen auf Gehwegen ist grundsätzlich verboten. Erlaubt ist Salz nur:
bei gefährlichen Stellen wie Treppen, Passagen, Brückenauf- und -abgängen oder starkem Gefälle, oder bei außergewöhnlichem Wetter wie Eisregen – und jeweils nur, wenn abstumpfende Mittel allein keinen sicheren Zustand herstellen. An Gehwegen mit Bäumen oder Begrünung gilt auch diese Ausnahme nicht. Salzhaltiger Schnee darf nie auf Baumscheiben oder Grünflächen.
Achtung: Wer verbotswidrig Salz streut, handelt ordnungswidrig. Die Geldbuße beträgt bei Fahrlässigkeit bis 500 €, bei Vorsatz bis 1.000 €.

Und warum streut die Stadt Salz?
Viele wundern sich: Die Räumfahrzeuge der EBE streuen doch Salz. Das stimmt – auf der Fahrbahn. Dort nutzt die EBE das Feuchtsalzverfahren, um große Flächen schnell frei zu bekommen. Das Verbot der Satzung richtet sich an Anlieger auf Gehwegen. Mehr dazu erklärt der Eintrag Feuchtsalz.
Warum Salz oft mehr schadet als nützt
Salz schmilzt Eis – aber das Schmelzwasser bleibt. Sinkt die Temperatur weiter, friert es wieder. Dann kann aus dem Schmelzwasser eine neue Eisschicht entstehen. Wer dann nachsalzt, bringt immer mehr Salz in Boden und Mauerwerk. Abstumpfende Mittel arbeiten anders: Sie bleiben liegen und geben Halt, egal ob es friert oder taut. Für Gehwege in Essen sind sie deshalb nicht nur vorgeschrieben, sondern auch praktisch.
Salz im Haus und am Eingang
Auf Ihrem privaten Grundstück gilt das Verbot nicht unmittelbar. Trotzdem schadet Salz auch dort. Es greift Natursteinstufen und Pflasterfugen an. Es wird in die Wohnung getragen und hinterlässt weiße Ränder auf Böden. Es schadet Rasen und Hecken am Wegrand. Abstumpfendes Streugut ist die bessere Wahl.

Alternativen zu Streusalz
Für fast jede Lage gibt es eine salzfreie Lösung. Splitt und Lavagranulat sind scharfkantig und griffig. Granulat mit Blauem Engel ist umweltschonend. Sand ist günstig. Welche Alternative wann passt, zeigt der Ratgeber Alternativen zu Streusalz. Die Umweltfolgen im Detail beschreibt der Beitrag Streusalz und Umwelt. Und die Antwort auf die häufigste Frage steht unter Darf ich in Essen Salz streuen?.
Häufige Fragen zu Streusalz
Darf ich in Essen Streusalz auf den Gehweg streuen?
Grundsätzlich nicht. Ausnahmen gelten nur bei gefährlichen Stellen oder Eisregen, nie an Bäumen oder Grün.
Was kostet ein Verstoß?
Bis 500 € bei Fahrlässigkeit und bis 1.000 € bei Vorsatz.
Warum darf die EBE Salz streuen?
Die EBE streut auf Fahrbahnen. Das Verbot der Satzung gilt für Gehwege.
Was ist die beste Alternative?
Abstumpfende Mittel wie Splitt, Lavagranulat oder Granulat mit Blauem Engel.
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Fazit
Streusalz schmilzt Eis schnell, schadet aber Bäumen, Beton, Wasser und Tieren. In Essen ist es auf Gehwegen grundsätzlich verboten, mit engen Ausnahmen. Wer trotzdem salzt, riskiert eine Geldbuße. Abstumpfende Mittel sind die sichere, erlaubte Wahl. Wer das Streuen ganz abgeben will, findet den Festpreis unter Winterdienst-Preise in Essen. Weitere Streumittel erklärt das Winterdienst-Lexikon.