Ein Nachmittag im Oktober. Die Sonne scheint, die Blätter fallen, der Winter scheint weit weg. Genau jetzt ist der beste Moment. Denn wer im Januar merkt, dass die Dachrinne verstopft ist und das Wasser auf den Zuweg läuft, hat ein Eisproblem – jeden Morgen aufs Neu.
Wer sein Haus winterfest machen will, hakt im Herbst diese Punkte ab: Dachrinnen und Fallrohre reinigen, Beleuchtung und Handläufe prüfen, Außenwasserhähne entleeren und rechtzeitig Streugut kaufen oder einen Winterdienst buchen. Erledigen Sie alles bis Ende Oktober. Dann ist Ihr Haus vorbereitet, bevor in Essen der erste Frost kommt.

Warum der Herbst entscheidet
Frost kommt in Essen früher, als viele denken. In den vergangenen Jahrzehnten kam der erste Frost frühestens Mitte Oktober, meist um den 9. November (Auswertung von DWD-Daten). Die Winterdienst-Saison beginnt Anfang November. Wer bis dahin nichts vorbereitet hat, repariert im Dunkeln und in der Kälte.
Viele Glätteprobleme entstehen nicht durch Schnee, sondern durch Wasser. Eine übergelaufene Rinne, ein tropfendes Fallrohr, eine Pfütze vor der Haustür. Nachts friert alles, morgens ist es spiegelglatt. Die gute Nachricht: Diese Ursachen lassen sich im Herbst beseitigen.
Bereich 1: Dach, Dachrinnen und Fallrohre
- Dachrinnen von Laub und Moos befreien
- Fallrohre auf Verstopfung prüfen, Laubfang reinigen
- Auslauf des Fallrohrs prüfen: Läuft das Wasser auf Gehweg oder Zuweg?
- Lose Dachziegel und Schneefanggitter kontrollieren lassen
- Äste, die über Weg oder Dach hängen, zurückschneiden
Läuft ein Fallrohr direkt auf den Zuweg, entsteht dort bei jedem Frost eine Eisfläche. Leiten Sie das Wasser um, zum Beispiel mit einem Rohrbogen in Richtung Beet oder Kanal. Das ist eine Kleinigkeit mit großer Wirkung. Sie kostet wenige Euro im Baumarkt.
Denken Sie auch an Eiszapfen und Schneeüberhänge. Die Stadt Essen empfiehlt, sie zu entfernen, damit niemand gefährdet wird. Ob das zu Ihren Aufgaben zählt, beantwortet die Seite Muss ich Schnee vom Dach räumen?
Bereich 2: Beleuchtung und Handläufe
- Außenbeleuchtung am Eingang und am Zuweg testen
- Bewegungsmelder einstellen: Reagiert er auch früh am Morgen?
- Leuchtmittel tauschen, Zeitschaltuhr auf Winterzeit stellen
- Handläufe an Außentreppen auf festen Halt prüfen
- Stolperstellen markieren oder beheben: lose Platten, hohe Kanten
Im Winter ist es morgens lange dunkel. Wer um 6:30 Uhr das Haus verlässt, sieht Glätte oft nicht. Gutes Licht und ein stabiler Handlauf verhindern viele Stürze. Außentreppen sind besonders gefährlich. Ob sie zur Räumpflicht gehören, steht auf der Seite Gehören Außentreppen zur Räumpflicht?
Ein Punkt der Checkliste: Winterdienst buchen
Statt Streugut zu schleppen: Räumen und Streuen zum festen Saisonpreis von 39 € netto je laufendem Meter.
Lieber persönlich? +49 201 45 875 433
Bereich 3: Wasser und Leitungen
- Außenwasserhähne absperren und entleeren
- Gartenschläuche abbauen und frostfrei lagern
- Regentonnen leeren
- Leitungen in unbeheizten Räumen wie Garage oder Keller prüfen
- Wissen, wo der Hauptwasserhahn ist
Wasser in Leitungen dehnt sich beim Gefrieren aus. Ein geplatzter Außenhahn kann Wasser über Tage auf den Weg laufen lassen – und dort sofort gefrieren. Entleeren Sie ihn deshalb rechtzeitig: Innen absperren, außen öffnen, Wasser ablaufen lassen, offen lassen.
Bereich 4: Wege und Flächen
- Laub von Gehweg und Zuweg entfernen – nasses Laub friert fest
- Ablaufrinnen und Gullys vor dem Haus freihalten
- Platz für geräumten Schnee einplanen – nicht auf Beete mit empfindlichen Pflanzen
- Weg zu den Mülltonnen freiräumen, die Stadt empfiehlt etwa einen Meter Breite
- Flächen für den Winterdienst messen

Nasses Laub ist schon im Herbst rutschig. Friert es fest, wird es zur Eisplatte. Kehren Sie Gehweg und Zuweg deshalb regelmäßig, auch wenn noch kein Frost angesagt ist. Achten Sie auf Ecken, in denen sich Laub sammelt, etwa vor Stufen oder am Gartentor. Und prüfen Sie, ob Wasser nach Regen auf dem Weg stehen bleibt. Wo sich Pfützen bilden, bildet sich später Eis. Oft hilft schon eine kleine Rinne oder etwas Kies an der Seite.
Haus winterfest machen: Checkliste für Mehrfamilienhäuser
Vermieter haben mehr zu tun. Neben dem Haus zählen die Menschen, die darin wohnen. Prüfen Sie zusätzlich:
- Treppenhausbeleuchtung und Außenlicht am Hauseingang
- Klingel- und Briefkastenanlage gut erreichbar
- Aushang mit Ansprechpartner für den Winterdienst
- Mietvertrag: Wer räumt, wer zahlt?
- Fahrradständer und Mülltonnenplatz geräumt erreichbar
Stürzt ein Mieter auf dem Zuweg, haftet der Vermieter ihm gegenüber – auch wenn ein Dienst beauftragt war und dieser nicht gestreut hat (BGH, 06.08.2025, VIII ZR 250/23). Gute Vorbereitung im Herbst ist deshalb auch Haftungsvorsorge. Weitere Hilfen für Eigentümer und Vermieter finden Sie im Winterdienst-Ratgeber.

Bereich 5: Streugut oder Winterdienst
Jetzt kommt die wichtigste Entscheidung: Räumen Sie selbst oder beauftragen Sie einen Dienst? Nach der Essener Straßenreinigungssatzung müssen Eigentümer den Gehweg vor ihrem Grundstück räumen und streuen. Werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr, wenn Schnee oder Glätte in der Nacht entstanden sind. Salz ist auf Gehwegen grundsätzlich verboten.
Wenn Sie selbst räumen
- Abstumpfendes Streugut kaufen: Splitt, Sand oder Granulat
- Schneeschieber, Eiskratzer und Besen prüfen
- Streubuch anlegen
- Vertretung für Urlaub und Krankheit organisieren
Wenn Sie einen Dienst beauftragen
- Flächen in laufenden Metern messen und in einer Räumkarte festlegen – auch Treppen, Garagenzufahrt und den Weg zur Mülltonne
- Angebote vergleichen oder Preis online berechnen
- Vertrag bis Ende Oktober abschließen
- Dokumentation und Versicherung prüfen
Mehr Details zur Organisation stehen in der Checkliste Winterdienst für Eigentümer. Was wann zu tun ist, zeigt der Winterdienst-Kalender von Oktober bis April. Vermieter finden eine eigene Liste unter Checkliste für Vermieter, Verwalter unter Checkliste für Verwalter.
Achtung: Wer im Herbst nicht vorsorgt, steht beim ersten Frost unter Druck. Viele Winterdienste planen ihre Touren schon vorher. Beauftragen Sie deshalb bis Ende Oktober.
Punkt 5 abhaken – jetzt
Meter eingeben, Saisonpreis sehen, Angebot als PDF erhalten. Die Saison beginnt Anfang November.
Lieber persönlich? +49 201 45 875 433
Zeitplan: die Checkliste an drei Wochenenden
Erstes Wochenende im Oktober: Dachrinnen, Fallrohre, Äste. Wer nicht selbst auf die Leiter will, beauftragt jetzt einen Handwerker. Zweites Wochenende: Licht, Handläufe, Außenwasserhähne, Laub. Drittes Wochenende: Streugut kaufen oder Winterdienst beauftragen, Flächen messen, Vertretung klären. Danach ist Ihr Haus bereit.
Häufige Fragen zum Winterfestmachen
Wann sollte ich mein Haus winterfest machen?
Im Oktober. In Essen ist der erste Frost im Mittel um den 9. November, manchmal schon Mitte Oktober.
Was gehört auf eine Checkliste zum Winterfestmachen?
Dachrinnen und Fallrohre, Beleuchtung und Handläufe, Außenwasserhähne, Wege und Flächen sowie die Entscheidung: Streugut kaufen oder Winterdienst buchen.
Muss ich Außenwasserhähne entleeren?
Das ist dringend zu empfehlen. Gefrorenes Wasser kann Leitungen sprengen und Wege vereisen lassen.
Welches Streugut brauche ich in Essen?
Abstumpfende Mittel wie Splitt, Sand oder Granulat. Salz ist auf Gehwegen grundsätzlich verboten.
Wann sollte ich einen Winterdienst beauftragen?
Bis Ende Oktober. Dann ist Ihr Grundstück zum Saisonstart Anfang November fest eingeplant.
Fazit
Wer sein Haus winterfest machen will, ist mit dieser Checkliste vor dem ersten Frost fertig: Dach und Rinnen, Licht und Handläufe, Wasser und Leitungen, Wege und Flächen – und die Entscheidung für Streugut oder Winterdienst. Ein Nachmittag im Oktober erspart Ihnen viele kalte Morgen. Berechnen Sie jetzt Ihren Winterdienst-Preis und haken Sie den wichtigsten Punkt ab.