Der Paketbote klingelt. Er steht auf der obersten Stufe, das Paket in beiden Händen. Unter ihm eine dünne Eisschicht, die vom Vordach getropft ist. Sie öffnen die Tür – und sehen gerade noch, wie er sich am Türrahmen festhält.
Glatteis am Hauseingang zu vermeiden, ist einfacher als gedacht. Legen Sie rutschhemmende Matten vor die Tür. Sorgen Sie für helles Licht am Morgen und am Abend. Prüfen Sie den Handlauf. Und verhindern Sie, dass Tropfwasser von Vordach oder Dachrinne auf den Eingang fällt. Wer das im Herbst erledigt, hat im Winter weniger Arbeit – und deutlich weniger Risiko.

Warum der Hauseingang so gefährlich ist
Am Eingang kommen viele Risiken zusammen. Stufen. Ein Podest. Oft ein Vordach, von dem Wasser tropft. Eine Tür, vor der man stehen bleibt und nicht auf den Boden schaut. Und Menschen, die mit Taschen, Paketen oder Kindern an der Hand unterwegs sind.
Dazu kommt: Hier gehen fast alle. Mieter, Besucher, Paketboten, Pflegedienste. Als Eigentümer tragen Sie die Verkehrssicherungspflicht für diesen Zugang. Was das bedeutet, erklärt der Ratgeber Verkehrssicherungspflicht für Hauseigentümer. Das Lexikon beschreibt unter Hauszugang, welche Flächen dazugehören.
Punkt 1: Rutschhemmende Matten vor der Tür
Eine gute Matte ist der einfachste Schutz. Sie gibt Halt, auch wenn es feucht ist. Und sie fängt Schnee, Splitt und Schmutz ab, bevor er ins Haus kommt.
- Grobe Gummi- oder Ringgummimatten lassen Wasser ablaufen und frieren nicht so leicht fest.
- Die Matte muss flach liegen und darf keine Stolperkante bilden.
- Auf jede Stufe eine eigene, befestigte Stufenmatte legen.
- Innen eine zweite Matte für Splitt und Feuchtigkeit.
Punkt 2: Licht am Morgen und am Abend
Im Winter ist es in Essen morgens lange dunkel und abends schon früh. Genau dann gehen die meisten Menschen aus dem Haus oder kommen heim. Glätte, die man nicht sieht, ist doppelt gefährlich.
- Eine helle Leuchte über dem Eingang, die Stufen und Podest ausleuchtet.
- Bewegungsmelder, damit das Licht zuverlässig angeht.
- Defekte Leuchtmittel im Herbst tauschen.
- Auch den Weg zur Mülltonne und zum Briefkasten beleuchten.
Punkt 3: Den Handlauf prüfen
Ein Handlauf ist bei Glätte oft das Letzte, was einen Sturz verhindert. Er muss fest sitzen und gut greifbar sein. Wackelt er, geben Sie ihm im Herbst neuen Halt. Fehlt er an einer Treppe mit mehreren Stufen, lohnt es sich, einen anbringen zu lassen. Im Winter muss er frei von Schnee und Eis sein. Mehr unter Handlauf und im Ratgeber Treppen und Rampen im Winter sicher halten.
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Punkt 4: Tropfwasser von Vordach und Dachrinne vermeiden
Hier entsteht die gefährlichste Glätte am Hauseingang. Tagsüber schmilzt Schnee auf dem Dach oder Vordach. Das Wasser tropft genau vor die Tür. Nachts friert es. Am Morgen liegt eine Eisfläche dort, wo alle hintreten. Und zwar auch dann, wenn der Gehweg trocken ist.
- Dachrinnen im Herbst von Laub befreien, damit Wasser abläuft.
- Undichte Rinnen und Tropfkanten am Vordach reparieren lassen.
- Prüfen, wohin das Fallrohr entwässert – nie direkt auf den Zugang.
- Eiszapfen und Schneeüberhänge entfernen. Die Stadt Essen empfiehlt das ausdrücklich, um Passanten und sich selbst nicht zu gefährden.
Eisflächen durch Fallrohre behandelt der Ratgeber Eisflächen durch Fallrohr und Tropfwasser verhindern. Eine neue Quelle für Eis am Haus ist das Abtauwasser von Wärmepumpen. Dazu mehr unter Glatteis durch Wärmepumpe.
Achtung: Eine Eisfläche, die jeden Morgen an derselben Stelle entsteht, ist eine bekannte Gefahr. Wer sie kennt und nichts tut, hat nach einem Sturz einen schweren Stand. Beseitigen Sie die Ursache – oder streuen Sie diese Stelle gezielt.

Mehrfamilienhaus: der Eingang für alle
Im Mehrfamilienhaus nutzen viele Menschen denselben Eingang. Morgens gehen Schulkinder und Berufstätige, tagsüber kommen Paketboten und Pflegedienste, abends die Nachbarn vom Einkaufen. Jeder, der dort stürzt, ist ein möglicher Haftungsfall für den Eigentümer oder die Gemeinschaft.
Klären Sie deshalb, wer den Eingang räumt, wenn Mieter den Winterdienst übernehmen. Ein bloßer Zettel reicht dafür nicht. Das OLG Hamm hat einen per Briefkasten verteilten Schneeplan nicht als ausreichende Regelung anerkannt. Mehr dazu unter Räumplan für Mieter.
Punkt 5 bis 8: Die Checkliste für den Herbst
- Punkt 5 – Stufen prüfen: Lockere Platten und abgeplatzte Kanten reparieren lassen.
- Punkt 6 – Streugut bereitstellen: Eine Kiste mit Deckel direkt am Eingang, damit das Streugut trocken bleibt.
- Punkt 7 – Schieber griffbereit: Ein kleiner Schieber für Stufen und Podest neben der Tür.
- Punkt 8 – Zuständigkeit klären: Wer räumt den Eingang, wenn Sie nicht da sind? Schriftlich festhalten.
Weitere Checklisten und Praxistipps für Haus und Grundstück finden Sie im Winterdienst-Ratgeber.
Wer zahlt, wenn Glatteis am Hauseingang zum Sturz führt?
Auf Ihrem Grundstück sind Sie für die Sicherheit der Wege verantwortlich, die Sie für andere öffnen. Stürzt der Postbote am Eingang, kann er Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangen. Oft melden sich später auch Krankenkasse oder Unfallversicherung und fordern die Behandlungskosten zurück. Das erlaubt § 116 SGB X. Selbstnutzer sind meist über die Privathaftpflicht geschützt, Vermieter brauchen eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht.
Die Versicherung zahlt aber nur, wenn sie zahlen muss. Und Sie haben den Ärger und die Schadensmeldung. Besser, es passiert gar nicht erst.
Ein letzter Tipp: Halten Sie fest, was Sie tun. Notieren Sie, wann Sie Glatteis am Hauseingang beseitigt und gestreut haben. Fotos mit Datum helfen. Im Streitfall zeigt diese Dokumentation, dass Sie Ihre Pflicht ernst genommen haben.

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Häufige Fragen zum winterfesten Hauseingang
Was hilft gegen Glatteis am Hauseingang?
Räumen und abstumpfend streuen, rutschhemmende Matten auslegen und die Ursache von Tropfwasser beseitigen. Gutes Licht hilft, Glätte rechtzeitig zu sehen.
Wer haftet, wenn jemand am Hauseingang ausrutscht?
In der Regel der Eigentümer, weil er die Verkehrssicherungspflicht für den Zugang trägt. Ist der Winterdienst übertragen, bleiben Auswahl- und Kontrollpflicht beim Eigentümer.
Muss ich Eiszapfen am Haus entfernen?
Die Stadt Essen empfiehlt, Eiszapfen und Schneeüberhänge zu entfernen, damit Passanten nicht gefährdet werden. Fällt einer auf jemanden, kann das eine Haftung auslösen.
Welche Matte ist für draußen im Winter geeignet?
Grobe Gummi- oder Ringgummimatten. Sie lassen Wasser ablaufen und geben auch bei Nässe Halt. Wichtig ist, dass sie flach und fest liegen.
Kann der Winterdienst auch den Hauseingang räumen?
Ja. Zuweg, Eingang und Außentreppe kommen in die Räumkarte. Dann ist genau festgelegt, was geräumt und gestreut wird.
Fazit
Glatteis am Hauseingang zu verhindern, beginnt im Herbst: Matten auslegen, Licht prüfen, Handlauf befestigen, Dachrinne und Vordach dicht machen. Im Winter kommt das tägliche Räumen und Streuen dazu. Weil hier fast alle gehen, ist der Eingang die wichtigste Stelle am Haus. Fordern Sie jetzt ein Angebot an, das Eingang und Gehweg abdeckt.