Drei Stufen zur Haustür. Jeden Tag gehen Sie sie ohne nachzudenken. Bis zu dem Morgen, an dem die mittlere Stufe mit einer hauchdünnen Eisschicht überzogen ist. Die sieht man nicht. Man spürt sie erst, wenn der Fuß wegrutscht.
Wer seine Treppe bei Glatteis streuen muss, braucht mehr Sorgfalt als auf dem Gehweg. Die Stadt Essen zählt Treppen ausdrücklich zu den gefährlichen Stellen. Zuerst räumen, dann jede Stufe samt Kante abstumpfend streuen, den Handlauf frei halten und rutschhemmende Matten ergänzen. In Essen erlaubt die Satzung an Treppen als gefährlicher Stelle ausnahmsweise auftauende Mittel – aber nur, wenn abstumpfende Mittel allein nicht reichen.

Warum Treppen so gefährlich sind
Auf dem Gehweg rutscht man nach vorn oder zur Seite. Auf der Treppe fällt man. Stufenkanten sind hart. Wer auf einer Treppe stürzt, kann sich schwer an Kopf, Hüfte oder Handgelenk verletzen. Besonders ältere Menschen trifft es schwer.
Dazu kommt: Treppen vereisen schneller. Sie liegen oft im Schatten, haben Kanten, an denen Wasser abtropft, und sind aus Stein, der Kälte speichert. Bei überfrierender Nässe ist die Treppe oft schon glatt, während der Gehweg noch griffig wirkt. Mehr dazu im Ratgeber Die 6 gefährlichsten Arten von Glätte. Weitere Praxistipps für Haus und Grundstück finden Sie im Winterdienst-Ratgeber.
Treppe bei Glatteis streuen: die 5 Schritte
- Von oben nach unten räumen. So schieben Sie den Schnee weg von der Tür und stehen immer auf einer bereits geräumten Stufe.
- Kanten frei machen. Die Stufenkante ist die gefährlichste Stelle. Hier muss der Schnee vollständig weg.
- Eis lösen. Festgetretenes Eis mit einem Stoßeisen vorsichtig lösen, ohne den Belag zu beschädigen.
- Abstumpfend streuen. Jede Stufe gleichmäßig bestreuen, auch die Kanten. Feines Granulat hält auf Stufen besser als grober Splitt.
- Nachkontrollieren. Nach Eisregen, Tauwasser oder neuem Schnee erneut streuen.
Welches Mittel Ihren Belag schont, zeigt der Ratgeber Streugut auf Naturstein, Pflaster und Treppen. Wie Sie Eis sicher entfernen, erklärt Festgetretenes Eis und Glatteis entfernen.
Die Treppe ist der kritischste Punkt
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Salz an der Treppe: Was Essen erlaubt
Auf Essener Gehwegen ist Salz grundsätzlich verboten. Die Satzung kennt aber Ausnahmen. Die Stadt nennt als gefährliche Stellen ausdrücklich Treppen, Passagen, Auf- und Abgänge von Brücken und Stellen mit starkem Gefälle.
An diesen Stellen darf Salz verwendet werden, wenn zwei Dinge zusammenkommen: Es ist eine gefährliche Stelle oder es herrscht außergewöhnliches Wetter wie Eisregen. Und abstumpfende Mittel allein reichen nicht, um den Weg sicher zu machen. Den genauen Wortlaut lesen Sie in § 4 Abs. 3 der Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung der Stadt Essen.
Achtung: Die Ausnahme gilt nie für Gehwege mit Bäumen oder Begrünung. Und Salz greift Stein, Beton und Fugen an. Nutzen Sie es an der Treppe nur als letzte Möglichkeit, sparsam und nur dort, wo es wirklich nötig ist.
Der Handlauf: frei, fest und greifbar
Ein Handlauf ist bei Glätte oft das Einzige, was einen Sturz verhindert. Das funktioniert nur, wenn man ihn auch greifen kann. Ein vereister oder zugeschneiter Handlauf ist nutzlos.
- Handlauf von Schnee und Eis befreien.
- Festen Sitz prüfen, am besten schon im Herbst.
- Beidseitig einen Handlauf anbringen, wenn die Treppe breit ist oder viel genutzt wird.
- Beleuchtung so ausrichten, dass Stufen und Handlauf gut sichtbar sind.
Was ein guter Handlauf leisten muss, erklärt das Lexikon unter Handlauf. Ob Außentreppen überhaupt zur Räumpflicht gehören, beantwortet die Frage Gehören Außentreppen zur Räumpflicht?

Rampen: Gefälle plus Glätte
Rampen sind für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen gemacht. Bei Glätte werden sie zur Rutschbahn. Wer auf einer Rampe den Halt verliert, rollt oder rutscht weiter. Deshalb brauchen Rampen dieselbe Aufmerksamkeit wie Treppen.
Räumen Sie die volle Breite. Streuen Sie feines Granulat, das Räder nicht blockiert. Und prüfen Sie Rampen nach jedem Tauwetter, denn Schmelzwasser läuft das Gefälle hinab und friert unten wieder. Tipps speziell für Rollstuhl und Rollator finden Sie im Ratgeber Barrierefreier Zugang im Winter. Wer in Essens Süden am Hang wohnt, liest zusätzlich Grundstück in Hanglage.
Außentreppe, Kellertreppe, Podest: Welche Stufen zählen?
Nicht nur die Treppe zur Haustür ist betroffen. Denken Sie an alle Stufen, die Menschen im Winter nutzen: die Außentreppe zum Keller, Stufen zum Garten, das Podest vor dem Eingang, Stufen zu einer Praxis oder einem Laden im Erdgeschoss. Überall dort, wo Besucher, Mieter oder Lieferanten gehen, kann bei Glätte ein Sturz passieren.
Machen Sie im Herbst einen Rundgang und notieren Sie alle Stufen. Wenn Sie dann die Treppe bei Glatteis streuen, gilt: Jede dieser Stellen gehört in Ihren Plan – oder in die Räumkarte Ihres Winterdienstes.
Rutschhemmende Matten als Ergänzung
Matten ersetzen das Streuen nicht. Aber sie helfen. Rutschhemmende Stufenmatten aus Gummi oder Kokos geben zusätzlichen Halt. Schnee lässt sich von ihnen leicht abkehren. Und auf den Matten braucht es weniger Streugut. Achten Sie darauf, dass die Matten fest liegen und selbst keine Stolperkante bilden.
- Matten auf jede Stufe legen, nicht nur auf die oberste.
- Befestigung prüfen, damit sie nicht verrutschen.
- Nach dem Winter reinigen und trocken lagern.
Haftung: Wer zahlt, wenn jemand auf der Treppe stürzt?
Als Eigentümer tragen Sie die Verkehrssicherungspflicht für Ihr Grundstück. Stürzt ein Besucher, der Postbote oder ein Mieter auf einer glatten Treppe, kann Schadensersatz und Schmerzensgeld fällig werden. Ein Beispiel aus dem Ruhrgebiet: Nach einem Oberschenkelhalsbruch vor einem Mietshaus mussten die Eigentümer 7.000 Euro Schmerzensgeld plus weiteren Schaden zahlen (OLG Hamm, 21.12.2012, I-9 U 38/12).
Dokumentieren Sie deshalb, wann Sie geräumt und gestreut haben. Im Streit hilft das. Ein Winterdienst mit Einsatzdokumentation nimmt Ihnen die Arbeit ab und liefert den Nachweis gleich mit. Beim Winterdienst von GOTTSCHLING nehmen Sie Außentreppen einfach in die Räumkarte auf. Kommt es trotzdem zu einem Unfall, steht der Winterdienst mit seiner Betriebshaftpflicht über 3 Millionen Euro Deckung bei der DEVK dafür ein.

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Häufige Fragen zu Treppen im Winter
Was streut man auf eine vereiste Treppe?
Abstumpfende Mittel wie feines Granulat oder Splitt. Vorher Schnee und loses Eis entfernen. In Essen ist Salz an Treppen nur erlaubt, wenn abstumpfende Mittel allein nicht reichen.
Darf ich in Essen auf der Treppe Salz streuen?
Treppen gelten als gefährliche Stellen. Dort ist Salz ausnahmsweise erlaubt, wenn abstumpfende Mittel nicht ausreichen. An Gehwegen mit Bäumen oder Grün gilt die Ausnahme nicht.
Muss ich die Treppe zum Hauseingang räumen?
Als Eigentümer tragen Sie die Verkehrssicherungspflicht für die Zugänge zu Ihrem Haus. Stürzt jemand auf einer ungeräumten Treppe, können Sie haften.
Helfen Matten auf der Treppe gegen Glätte?
Ja, als Ergänzung. Rutschhemmende Matten geben Halt und erleichtern das Räumen. Sie ersetzen das Streuen bei Glatteis aber nicht.
Wie oft muss ich die Treppe streuen?
Jedes Mal, wenn neue Glätte entsteht. Nach Eisregen oder Tauwasser mit Nachtfrost kann das mehrmals am Tag nötig sein.
Fazit
Wer die Treppe bei Glatteis streuen muss, kommt mit fünf Schritten ans Ziel: von oben räumen, Kanten frei machen, Eis lösen, abstumpfend streuen, nachkontrollieren. Halten Sie den Handlauf frei und ergänzen Sie Matten. Salz ist in Essen an Treppen nur als Ausnahme erlaubt. Weil Treppen zu den gefährlichsten Stellen am Haus gehören, lohnt sich hier ein verlässlicher Dienst. Berechnen Sie jetzt Ihren Festpreis.