Drei Angebote liegen auf dem Tisch des Beirats. Das erste nennt einen Preis pro Einsatz. Das zweite einen Preis pro Quadratmeter. Das dritte eine Saisonpauschale – aber nur für den Gehweg, nicht für den Hof. Welches ist das günstigste? Ehrlich gesagt: So kann das niemand sagen.
Wer Winterdienst-Angebote in der WEG fair vergleichen will, braucht drei Dinge. Erstens gleiche Flächen und gleiche Leistung als Grundlage für alle Anbieter. Zweitens ein vergleichbares Preismodell, also Pauschale gegen Einsatzabrechnung hochgerechnet. Drittens einen Blick auf Versicherung und Dokumentation. Üblich und sinnvoll sind drei vergleichbare Angebote.

Kriterium 1: Gleiche Flächen für alle Anbieter
Der häufigste Fehler: Jeder Anbieter bewertet eine andere Fläche. Der eine misst nur den Gehweg, der andere auch den Hof. So entstehen Preise, die nicht vergleichbar sind. Legen Sie deshalb vorher fest, was geräumt werden soll. Am besten mit einem Lageplan und Metern.
- Öffentlicher Gehweg vor der Anlage (in Essen in vorhandener Breite, höchstens 1,20 m)
- Hauszugänge und Treppen
- Weg zu den Mülltonnen (die Stadt empfiehlt 1 m Breite)
- Hof, Zufahrt, Parkplatzstreifen
- Flächen mit Sondernutzungsrecht, falls sie mitgeräumt werden sollen
Zu Sondernutzungsflächen lesen Sie mehr unter Sondernutzungsflächen und Winterdienst.
Kriterium 2: Gleiche Leistung beschreiben
Ein Angebot ist nur so gut wie seine Leistungsbeschreibung. Achten Sie darauf, dass alle Anbieter dasselbe versprechen:
| Leistung | Worauf achten? |
|---|---|
| Räumen und Streuen | beides enthalten? |
| Streugut | abstumpfend (Splitt, Granulat), im Preis enthalten? |
| Zeiten | werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr, tagsüber unverzüglich |
| Wiederholung | bei erneutem Schneefall und neuer Glätte |
| Saison | Anfang November bis Mitte April |
| Streugut entfernen | nach Tauwetter, wie es die Essener Satzung verlangt |
Ein Vergleichsangebot mit klarer Leistung
Der Winterdienst von GOTTSCHLING nennt Meter, Leistung und Festpreis. 39 € netto je laufendem Meter pro Saison.
Lieber persönlich? +49 201 45 875 433
Kriterium 3: Pauschale vs. Einzelabrechnung vergleichen
Pauschale und Einsatzpreis lassen sich nicht direkt nebeneinanderlegen. Sie müssen den Einsatzpreis hochrechnen. Die Frage lautet: Wie viele Einsätze sind in einer Saison zu erwarten? Die Antwort schwankt stark. Nach einer Auswertung von Daten des Deutschen Wetterdienstes lag in Essen in den letzten Wintern im Schnitt an rund zehn Tagen Schnee. Die Spanne reichte von null bis fast 40 Tagen. Dazu kommt Glätte an vielen Frosttagen.
So rechnen Sie: Einsatzpreis × 10 Einsätze (milder Winter), × 25 Einsätze (normaler Winter), × 50 Einsätze (harter Winter). Legen Sie alle drei Werte neben die Pauschale. Dann sehen Sie das Risiko auf einen Blick.
Die Pauschale sichert die Bereitschaft für die ganze Saison – wie eine Versicherung. Ein harter Winter kostet keinen Cent mehr. Dafür zahlt die Gemeinschaft auch im milden Winter den vollen Betrag. Der Vorteil für die WEG: Der Wirtschaftsplan stimmt, und es gibt keine Nachzahlung im Hausgeld.

Kriterium 4: Versicherung und Dokumentation prüfen
Die Gemeinschaft muss den Dienst sorgfältig auswählen und überwachen. Das verlangen die Gerichte. Fragen Sie deshalb nach:
- Hat der Anbieter eine Betriebshaftpflicht? Lassen Sie sich einen Nachweis geben.
- Gibt es eine Einsatzdokumentation mit Datum und Uhrzeit?
- Wer ist Ansprechpartner bei Problemen, auch früh am Morgen?
- Wie ist die Vertretung bei Krankheit und Personalausfall geregelt?
- Wie schnell reagiert der Anbieter auf Hinweise?
Die Dokumentation ist mehr als ein Extra. Sie ist das Werkzeug, mit dem der Verwalter seine Kontrollpflicht erfüllt. Und im Haftungsfall der wichtigste Nachweis. Mehr dazu im Ratgeber Winterdienst in der WEG: Wer ist zuständig?
Kriterium 5: Vertragsbedingungen lesen
Achten Sie auf Laufzeit, Kündigung und Preisanpassung. Gibt es einen Mindestpreis? Wird pro Einsatz eine Anfahrt berechnet? Sind Sonn- und Feiertage teurer? Solche Details entscheiden oft mehr über die Kosten als der Grundpreis. Beim Winterdienst von GOTTSCHLING Immobilien gibt es keinen Mindestpreis, keine Einsatzabrechnung, keine Anfahrtspauschale und keine Zuschläge. Streugut ist inklusive. Das Entfernen des Streuguts im Frühjahr übernimmt das Pluspaket für 3 € netto mehr je Meter.
Winterdienst-Angebote in der WEG: Warnsignale erkennen
Manche Angebote sehen auf den ersten Blick günstig aus. Auf den zweiten nicht mehr. Achten Sie auf diese Warnsignale:
- Keine Zeitangaben: Wer nicht zusagt, bis 7 Uhr fertig zu sein, erfüllt die Essener Pflicht womöglich nicht.
- Salz als Standard: Auf Gehwegen ist Salz in Essen grundsätzlich verboten. Ein Anbieter, der damit wirbt, kennt die Regeln nicht.
- Versprechen einer vollständigen Haftungsübernahme: Die Gemeinschaft behält immer Auswahl- und Kontrollpflicht. Ehrliche Anbieter sagen das offen.
- Einsatzdeckel: Pauschalen, die nur bis zu einer bestimmten Zahl von Einsätzen gelten, sind im harten Winter keine Pauschalen mehr.
- Keine Dokumentation: Ohne Nachweis kann die Gemeinschaft im Streitfall wenig belegen.
Ein seriöses Angebot beantwortet diese Punkte, bevor Sie fragen. Fehlen die Antworten, fragen Sie schriftlich nach. Die Antwort gehört mit in die Unterlagen für die Eigentümerversammlung.
Kriterium 6: Preis pro Einheit und Nutzen für Mieter
Rechnen Sie jedes Angebot auf die Einheit herunter. Das macht die Diskussion in der Versammlung greifbar. Ein Beispiel: 30 Meter kosten beim Winterdienst von GOTTSCHLING 1.170 € netto, also 1.392,30 € brutto. Bei zwölf Wohnungen sind das rund 116 € brutto pro Einheit und Saison.
Für vermietende Eigentümer zählt außerdem, wie gut sich der Posten weitergeben lässt. Eine klare Rechnung mit ausgewiesenem Arbeitskostenanteil hilft bei der Nebenkostenabrechnung und bei § 35a. Mehr dazu unter Winterdienst an Mieter weiterberechnen.
Vorlage: Ihre Vergleichstabelle
| Kriterium | Anbieter A | Anbieter B | Anbieter C |
|---|---|---|---|
| Flächen / Meter | |||
| Leistung vollständig? | |||
| Preismodell | |||
| Kosten milder / normaler / harter Winter | |||
| Streugut enthalten? | |||
| Einsatzdokumentation | |||
| Haftpflicht-Nachweis | |||
| Kosten pro Einheit und Jahr |
Diese Tabelle legen Sie der Einladung zur Versammlung bei. Wie Sie daraus einen Beschluss machen, zeigt der Ratgeber WEG-Beschluss zum Winterdienst. Allgemeine Tipps zum Vergleich finden Sie unter Winterdienst-Angebote vergleichen, praktische Hinweise für kleine Häuser unter Kleine WEG mit 3 bis 6 Parteien.

Ihr drittes Angebot – in zwei Minuten
Geben Sie die Meter ein und erhalten Sie sofort den Saisonpreis. Das Angebot kommt als PDF per E-Mail.
Beirat mit Fragen? +49 201 45 875 433
Häufige Fragen: Winterdienst-Angebote in der WEG
Wie viele Winterdienst-Angebote sollte die WEG einholen?
Das Gesetz schreibt keine Zahl vor. Drei vergleichbare Angebote sind in der Praxis üblich und ein guter Nachweis für eine wirtschaftliche Entscheidung.
Wie vergleiche ich eine Pauschale mit einem Einsatzpreis?
Rechnen Sie den Einsatzpreis für einen milden, normalen und harten Winter hoch und legen Sie die Werte neben die Pauschale.
Muss das günstigste Angebot genommen werden?
Nein. Preis und Leistung müssen passen. Zuverlässigkeit und Dokumentation dürfen den Ausschlag geben.
Welche Nachweise sollte ein Anbieter vorlegen?
Einen Nachweis der Betriebshaftpflicht und ein Muster der Einsatzdokumentation.
Wann sollte die WEG Angebote einholen?
Rechtzeitig vor der Versammlung, damit der Beschluss spätestens im Herbst steht.
Fazit
Beim Vergleich der Winterdienst-Angebote in der WEG beginnt alles mit gleichen Flächen und gleicher Leistung. Rechnen Sie Einsatzpreise auf ganze Winter hoch und legen Sie sie neben Pauschalen. Prüfen Sie Versicherung und Dokumentation, dann Preis pro Einheit. Mit der Vergleichstabelle ist die Entscheidung in der Versammlung schnell getroffen. Holen Sie sich jetzt Ihr Vergleichsangebot. Weitere Themen für Gemeinschaften finden Sie im Winterdienst-Ratgeber.
Die Pflichten zu Breite und Zeiten stehen in der Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung der Stadt Essen.